Neuer Opel Astra: Komponierter Kompakt-Klang

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NVH-Experten: So nennen sich die für Geräusche zuständigen Ingenieure. Das Buchstabenkürzel steht für "Noise, Vibration, Harshness", zu deutsch Geräusch, Vibration, Rauigkeit. Damit wird schon klar, wie sich die Störquellen im Auto artikulieren. Wo Otto Normalverbraucher meint, sein Fahrzeug sei einfach nur laut, erkennen die Fachleute die vielfältigen Ursachen. Ein wichtiger Punkt bei der Astra-Entwicklung war die Karosseriesteifigkeit. Eine verwindungssteife Karosserie verbessert das Vibrationsverhalten bereits bei kleinen Fahrbahnunebenheiten. Im Fall des Astra stieg die Torsionssteifigkeit laut Opel um sieben Prozent, die Biegesteifigkeit sogar um 16 Prozent.
Fester und leiser
Ein weiterer Punkt ist die Motoraufhängung. Das Aggregat unter der Haube eines Autos verursacht Schwingungen, besonders gut sieht man das meistens nach dem Anlassen. Opel hat beim Astra die spezifische Strukturfestigkeit der Karosserie an den Aufnahmepunkten der Motorlager um bis zu 50 Prozent erhöht, um so das Geräuschniveau zu senken.
Die Qualitätskomposition
Doch es werden nicht nur störende Laute beseitigt, sondern auch Töne erschaffen. Bestes Beispiel sind die Türen: Ein solider, satter Klang beim Schließen soll hohe Qualität signalisieren, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Um diesen zu erzielen, analysierten die Opel-Entwickler den nur eine halbe Sekunde dauernden Klang zunächst messtechnisch, um dann die relevanten Bauteile entsprechend zu optimieren.
Hilfe vom Kunstkopf
Damit der Astra gut klingt, bedienen sich die Auto-Mozarts von Opel der so genannten "Binauralen Transferpfad-Analyse und -Synthese", kurz BTPA und BTPS. Nützliche Helfer des Analysesystems sind Hightech-Kunstköpfe. Dort, wo wir Ohren haben, sitzen bei ihnen hoch empfindliche Mikrofone. So lassen sich Geräusche realitätsnah aufnehmen und wiedergeben. Bei der Auswertung am Computer wird zwischen direktem Luftschall und Körperschall unterschieden. Der Luftschall ist das Geräusch, was wir hören. Den Körperschall spüren wir primär durch Vibrationen.
Sounddesign am Computer
Gleichzeitig können alle möglichen Übertragungspfade der Töne erfasst werden, so etwa Motor, Ansaugtrakt und Leitungen. In der Analyse können die Ingenieure genau herausfiltern, welcher Parameter beeinflusst werden muss, um das optimale Klangbild zu erreichen. Für die Zukunft ist ein interaktiver Fahrsimulator mit Sound als Erweiterung vorgesehen, schon jetzt werden die Fahrzeugtöne per Kopfhörer Probanden vorgespielt, um deren Empfinden zu testen. Apropos Zukunft: Auch der kommende Meriva bekommt schon sein Geräuschbild verpasst, wie wir auf einem Prüfstand sehen. Man darf also auf die neuen Töne der Marke mit dem Blitz gespannt sein.
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