30.04.2008
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Die Tuning-Branche setzt verstärkt auf Optik

Friedrichshafen (dpa/tmn) - Der Begriff Tuning hat sich in kürzester Zeit zu einem Unwort entwickelt. Denn wer spricht schon gern von erstarkten Motoren und höheren Spitzengeschwindigkeiten, wenn alle Welt über CO2-Ausstoß, Tempolimits und alternative Antriebe diskutiert?

Tuning-Felgen
Schickes Zubehör: Tuning-Felgen stehen bei Autofans hoch im Kurs. (Bild: Messe Friedrichshafen/dpa/tmn)
© dpa
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Trotzdem feiert die Tuningbranche sich und ihre Neuheiten bei der Messe Tuning World Bodensee in Friedrichshafen (1. bis 4. Mai). Dort ist aber auch zu erkennen, dass die Umweltthematik an den Tunern nicht spurlos vorübergegangen ist. Denn die Anbieter konzentrieren sich nun vor allem auf den schönen Schein in Form optischer Autoveredelung. Dabei geht es um Strass-Steinchen am Wagen ebenso wie um farbige Felgen oder auch Aufwertungen im Innenraum.

Dass das Wort Tuning vom Durchschnittsmenschen vornehmlich mit Leistungssteigerung gleichgesetzt wird, hat nach Meinung der Fachleute mit den tatsächlichen Geschäften der Branche ohnehin wenig zu tun: "Das technische Tuning hat schon immer eine untergeordnete Rolle gespielt - die Hauptrolle übernimmt das optische Tuning", sagt Mathias Albert, Sprecher des Verbandes Automobiltuning und -zubehör (VATZ) aus Frankfurt/Main. "Die optische Veredelung umfasst rund 85 Prozent des Tuning-Marktes."

Bunte Felgen
Bunter Hingucker - auch mit solchen vielfarbigen Sonderrädern lassen sich Autos aufpeppen. (Bild: Haupt/dpa/tmn)
© dpa
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Weil das so ist, glaubt und hofft Albert, dass die aktuellen Themen der Autowelt der Branche kaum schaden werden. Vor allem auch, weil sich die Auto-Aufhübschung nicht mehr in Form von riesigen Spoiler-Auswüchsen und grellbunten Farben bemerkbar macht: "Dinge wie bunte Autos mit Airbrush-Lackierungen befinden sich auf dem Rückzug. Es geht vielmehr hin zum optisch gefälligen Auftritt." Daher würden auch Extras wie zusätzlich montierte Aerodynamik-Anbauteile aus den Werkstätten der Tuner eher unauffällig in Wagenfarbe lackiert.

Die Neuheiten einiger Anbieter zeigen jedoch, dass man nicht völlig in der Unauffälligkeit versinken möchte - was auch Mathias Albert erkennt: "Beim Felgendesign wird verstärkt mit Lacken gespielt." So zeigt der Hersteller RH-Alurad aus Attendorn (Nordrhein-Westfalen) erstmals eine Möglichkeit, die Felgenfarbe bestimmen zu können: "Bei unseren mehrteiligen Rädern kann der Kunde den sogenannten Stern nach Wunsch lackieren lassen", sagt Manfred Bitter von RH-Alurad. Dabei handele es sich um eine Lackierung, bei der alles möglich sei, "was der Lackierer umsetzen kann". In erster Linie dürfte es sich darum drehen, den Farbton des Karosserielacks auf die Räder zu bringen, aber auch Extrawünsche seien möglich. "Die Mehrkosten pro Felge liegen bei rund 150 bis 200 Euro", so Bitter.

Innenraum
Echtholz statt Teppich: Tuning-Fans können den Innenraum ihres Autos nun auch mit Parkett aufwerten. (Königseder/dpa/tmn)
© dpa
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