Stellenanzeigen richtig entschlüsseln
Thomas Rübel, Geschäftsführer des Büros für Berufsstrategie Hesse/Schrader, weiß, wie Jobsuchende Stellenanzeigen entschlüsseln können.
Wie sollten Bewerber grundsätzlich mit Stellenanzeigen umgehen?
Thomas Rübel: Wichtig ist, dass Sie eher nach Klasse als nach Masse gehen. Schauen Sie also nicht danach, ob Sie sich auf möglichst viele Stellen bewerben können, sondern, ob die Angebote wirklich zu Ihnen passen. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Anzeigenlektüre nicht nur die großen Anzeigen bekannter Unternehmen, sondern auch Stellenanzeigen von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Diese Unternehmen müssen übrigens nicht unbedingt schlechtere Gehälter zahlen als Großunternehmen.
Wenn es nach den Texten vieler Stellenanzeigen geht, wird ein junger berufserfahrener Überflieger gesucht. Wie schafft es ein normaler Bewerber, sich dadurch nicht entmutigen zu lassen?
Thomas Rübel: Bedenken Sie, dass Firmen mit ihren Stellenprofilen den idealen Mitarbeiter beschreiben. Das ist vergleichbar mit einer Heiratsanzeige. Dort wird häufig auch eine attraktive, schlanke und kulturell interessierte Partnerin gesucht, auch wenn der Suchende bereit ist, Abstriche zu machen. Den 100-Prozent-Bewerber gibt es in der Regel nicht. Deshalb gilt als Faustregel: Wenn Ihr Profil zu 60 Prozent dem Stellenangebot entspricht, sollten Sie sich bewerben.
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