01.07.2009
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Bei Ausbildungsplatzsuche nicht entmutigen lassen

Knut Böhrnsen rät, angesichts der Wirtschaftsflaute bei der Berufswahl nicht als erstes zu gucken, wie es einer betreffenden Branche aktuell geht: "Wenn ich mich für einen bestimmten Beruf interessiere und die Voraussetzungen dafür mitbringe, dann sollte ich mich durch vermeintlich schlechte Wirtschaftsdaten nicht abschrecken lassen." Im Gegenteil, unter Umständen könne es sogar taktisch klug sein, gerade nicht dem allgemeinen Trend zu folgen. "Und man weiß sowieso nie, wie eine Firma in drei Jahren dasteht. Eine Garantie gibt es nirgendwo."

In der Regel sei es so, dass ein Betrieb, der ausbildet, auch einen gewissen Bedarf an Nachwuchskräften hat. Böhrnsens Ratschlag lautet deshalb: "Man sollte sich nicht beirren lassen. Wer einen ganz konkreten Berufswunsch hat, der soll den auch verfolgen."

Allerdings zählt in diesem Jahr noch mehr als sonst, beim Bewerben flexibel zu bleiben, weil es dumm wäre, sich weiter auf einen Beruf zu versteifen, auch wenn man lauter Absagen bekommt: "Man sollte schon gucken, was es rechts und links davon gibt", sagt Böhrnsen.

Selbst wer im September - nach Beginn des offiziellen Ausbildungsjahres - noch keine Stelle hat, habe Chancen, im Rahmen der sogenannten Nachvermittlung eine zu bekommen, sagt Thilo Pahl. Zu resignieren und sich schon früh mit einer nicht-betrieblichen Ausbildung zufriedenzugeben, sei deshalb keine gute Empfehlung.

Mit der Lehrstellensuche nicht zu spät starten

Bei der Lehrstellensuche zählt auch ein guter Zeitplan. Große Betriebe und Behörden vergeben Ausbildungsplätze oft lange im Voraus. Aber auch im Mittelstand und im Handwerk haben Zuspätkommer Nachteile: "Man sollte sich nicht erst mit seinem Abschlusszeugnis bewerben", sagt Knut Böhrnsen von der Arbeitsagentur in Hamburg. Die Bewerbungen müssen also schon deutlich vor Schulende auf dem Schreibtisch der betreffenden Personalabteilung gelandet sein.

Viele Jugendliche vertrödeln Zeit, weil sie unterschätzen, wie viel Aufwand mit der Berufswahl verbunden sein kann: "Das macht Arbeit", sagt Böhrnsen. Und wer sich noch nicht im Klaren darüber ist, was er werden will, kann sich nicht vernünftig bewerben. Oft hilft schon, mit anderen über seine Stärken, Schwächen und Wünsche zu sprechen - nicht nur mit dem Berufsberater. "Man kann sich dafür auch mit seinem Kumpel oder einer Freundin zusammentun."

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