17.11.2009
|
Bookmark-DiensteBookmark-DiensteBookmark-DiensteBookmark-Dienste

Neuer Ländervergleich zur Bolognareform

Essen (dpa/tmn) - Angehenden Studenten zeigt ein neuer Ländervergleich, wo die Bachelor-Umstellung am besten klappt. Berlin, Brandenburg und Bremen setzen die Bolognareform demnach am besten um.

Sie haben schon einen Großteil der Studiengänge umgestellt, bilden praxisnah aus und bekommen gute Noten, wenn es um Auslandsaufenthalte geht. Am schlechtesten schneiden Hessen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen ab: Ihnen wurde eine geringere Internationalität bescheinigt. Außerdem schaffen sie es teilweise weniger, Absolventen fit für den Beruf zu machen. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hatte Daten der Bundesländer nach 15 Kriterien bewertet.

"Das zeigt, dass die Probleme der Bolognareform von Land zu Land sehr unterschiedlich sind", sagte Studienautor Pascal Hetze dem dpa- Themendienst. Daher lohne es sich für Schulabgänger, bei der Studienwahl über den eigenen Tellerrand zu schauen und Angebote aus mehreren Ländern zu vergleichen.

Die Einführung von Bachelor und Master ist den Angaben zufolge im Norden deutlich weiter fortgeschritten als im Süden Deutschlands. Während in Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Berlin schon mehr als neun von zehn Studiengängen mit einem der neuen Abschlüsse enden, trifft das zum Beispiel in Bayern erst auf etwas mehr als jeden zweiten zu.

Die Vorreiterschaft bei der formalen Umstellung sei aber nicht unbedingt ein Qualitätskriterium. "Die Studienbedingungen sind also im Norden nicht automatisch besser", erläuterte Hetze.

Bei Bologna-Zielen wie der "Employability" - also der Berufsbefähigung - schneidet der Studie zufolge der Osten eher schwach ab. Eine Ausnahme stelle hier Sachsen dar: "Dort läuft die Umstellung zwar sehr langsam, aber in Bereichen wie dem Praxisbezug ist das Land schon weit vorangekommen", erklärte Hetze.

Das zeigt sich etwa beim Blick auf die Studienangebote mit eingeplanten Praxissemestern: Hier verzeichnet Sachsen mit einem Anteil von 16,5 Prozent den zweithöchsten Anteil nach dem Spitzenreiter Bremen (19,5). An dritter Stelle folgt mit Baden- Württemberg (14,3) ein Vertreter der süddeutschen Länder. Besonders schlecht schneiden in diesem Punkt Nordrhein-Westfalen (3,1) und das Saarland (2,6) ab.

Artikel bewerten:
Studentenprotest

Kultusminister-Chef kritisiert Hochschulen

Strohschneider sieht Fehler bei der Einführung des Bachelor. mehr

Memo - Prominente mit Studienabschluss

Was Promis studiert haben

Diese Promis haben studiert und ihr Studium abgeschlossen. mehr

Meinungen zum Thema (1) in Bildung
Diskutieren Sie mit: 'Neuer Ländervergleich zur Bolognareform'
Meinung schreiben
gerneleser - 17.11.2009, 17:58

Berlin? Wo wird im Moment protestiert?

GMX interaktive Suche

Schließen