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Gestik - Was Körpersprache alles verrät

Wollen Sie im Vorstellungsgespräch überzeugen oder im Joballtag Ihre beruflichen Chancen optimieren? Dann sollten Sie das Thema Körpersprache auf keinen Fall unterbewerten, denn mit der richtigen Gestik wirken Sie im Job kompetenter.

Von Anette Bachmann

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© Archiv
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"…Dass der Typ dahinten keine Ahnung hat, sehe ich schon auf zehn Meter Entfernung…". So schnell kann ein Urteil gefällt sein. Schon widmet der Chef seine Aufmerksamkeit einem viel versprechenderen Bewerber zu oder ein skeptischer Kunde wendet sich an einen vermeintlich kompetenteren Verkäufer. Zurück bleibt ein enttäuschter Mensch, der oft gar nicht so recht weiß, was er eigentlich verbrochen hat.

Manchmal können es schon ein Achselzucken oder eine zittrige Handbewegung sein, die jemanden komplett ratlos und verwirrt erscheinen lassen. Ausdrucksmerkmale wie diese signalisieren Inkompetenz oder Unsicherheit und sind damit im Arbeitsalltag fehl am Platze. Um sich im Job zu behaupten, ist neben Fachwissen ein sicheres Auftreten das A&O.

Setzen Sie sich positiv in Szene

Ihr Arbeitsplatz ist keineswegs mit einer öffentlichen Bühne zu verwechseln. Doch mit einem souveränem Auftritt und einem ordentlichen Abgang können Sie auch hier große Erfolge für sich verbuchen. Auf allzu theatralische Gesten sollten Sie dabei besser verzichten. Als Gestik bezeichnet man die Bewegung der Arme und Hände während des Sprechvorganges.

Je nach Temperament oder kultureller Herkunft bedient sich der eine oder andere von uns mehrerer oder weniger Gesten. Dieses nonverbale Kommunikationsmittel wird oft unbewusst eingesetzt, aber eher selten bewusst und sinnvoll genutzt. Dabei kann eine geschickte Gestik die Wirkung Ihrer Aussage erheblich verstärken.

Reden Sie persönlich zum Beispiel einmal von großen Neuerungen oder Ereignissen, versuchen Sie dabei einmal, Ihren Arm oberhalb der Taille kreisen zu lassen. Damit signalisieren Sie Sicherheit. Sie werden sehen, vor einem Gesprächspartner ist das gar nicht so einfach. Bringen Sie daher zunächst Ihre "kleinen Gesten" ins Spiel: Bekräftigen Sie eine Aussage, indem Sie die Fingerkuppen einer Hand zusammen pressen und dazu eventuell noch mit dem Handgelenk leicht von unten nach oben kreisen.

Eine sehr bestimmte Auf-/Ab-Bewegung von Arm und der nach unten gerichteten flachen Hand hingegen würde ein Argument des Gesprächspartners entkräftigen. Formen Sie mit allen zehn Fingerkuppen ein Dach und wippen Sie leicht in Richtung des Gegenübers, wenn Sie ihm/ihr zustimmen wollen. Erfolg und Glück drücken Sie am besten durch geöffnete Hände aus.

Negative Gesten kontrollieren

Hände gehören auf keinen Fall in Hosen- oder Jackentaschen. Sie sollten immer sichtbar sein, sonst könnte man Ihnen unterstellen, dass Sie etwas verbergen wollen oder im Business zu lässig sind. Selbst die Höhe Ihrer Gesten kann von Bedeutung sein: So werden Gesten unterhalb der Taille meist negativ wahrgenommen. Gesten in Höhe der Taille gelten als neutral, und nur Armbewegungen oberhalb der Taille werden positiv gewertet.

Vermeiden Sie im Job unbedingt Gesten, die bei Gesprächspartnern negativ ankommen. Dazu gehören u.a. Händereiben (Schadenfreude), Arme in die Seiten stemmen (Erregung), fuchtelnde Arme (Unbeherrschtheit), trommelnde Finger, auf die Uhr schauen (Nervosität, Zeitmangel, Ungehaltenheit), mehrfaches Anfassen oder Kratzen von Hals, Nase, Kinn, Ohrläppchen, Augenbrauen, Brille (Unsicherheit, Verlegenheit), wickeln der Füße um Stuhlbeine oder unruhiges Hin- und Herrücken der Füße, Herumrutschen auf dem Stuhl (Verkrampfung). Symbolische Gesten wie "einen Vogel" zeigen, den Mittelfinger erheben oder mit dem Zeigefinger auf einen Menschen deuten drücken Aggression aus.

Fremde Länder - fremde Gesten

Symbolische oder technische Gesten können in den verschiedenen Kulturen ganz unterschiedlich verstanden werden. Verwenden Sie auf einer Geschäftsreise im Ausland daher nur die Zeichen, von denen Sie genau wissen, was sie vor Ort bedeuten. So heißt Kopfnicken nicht weltweit "Ja".

In Ländern wie Indien, Pakistan oder Bulgarien wiegt man für ein "Ja" auch gerne den Kopf hin und her. In Äthiopien wirft man den Kopf sogar in den Nacken, um etwas zu bejahen. Für ein klares "Nein" ist das Kopfschütteln weit verbreitet. In den arabischen Ländern, in der Türkei oder in Süditalien neigt man dafür hingegen den Kopf zurück und in Griechenland werden mitunter nur die Augenbrauen hoch gezogen.

Der aufgestellte Daumen gilt fast überall als "O.k.". Bei den Japanern steht diese Geste aber für die Zahl „Fünf“. In Deutschland benutzt man den Daumen auch für ein technisches „O.k.“ im Sinne von "Einschalten". In Australien und Nigeria ist der aufgestellte Daumen die Alternativ-Geste für den berühmt berüchtigten "Mittelfinger".

Das "Peace" Zeichen, mit der linken Handinnenseite in Richtung Ihres Gegenübers weisend, bedeutet im Allgemeinen "Sieg" oder "Frieden". In Großbritannien und Australien könnten Sie allerdings Probleme bekommen, wenn Sie jemandem dieses Zeichen versehentlich mit der rechten Handaußenseite vor die Nase halten. Denn dort wird die genannte Ausführung des symbolischen Zeichens als obszöne Geste verstanden.

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