Sind Sie ein Mister Perfekt? Passen Sie auf, dass Ihnen das nicht zum Verhängnis wird!
"Wer immer alles zu 100 oder 120 Prozent richtig machen will, kann in der Regel schlecht Prioritäten setzen. Der Tippfehler in einer E-Mail wird dann schnell zu einer genauso großen Katastrophe wie ein wirklich entscheidender Fehler", berichtet die Münchnerin Irene Becker, Management-Beraterin und Buchautorin. Aber gerade im Beruf sei es wichtig, Prioritäten zu setzen. "Eine Routineaufgabe wie das Verfassen einer E-Mail hat keine hohe Priorität."
Vollkommenheitsfanatiker haben aber noch ein weiteres Problem: „Wer sich keine Fehler erlauben will, muss in seinen Arbeitsalltag Kontrollen einbauen. Doch diese Kontrollen führen zu einem deutlich verlangsamten Arbeitsstil und damit zu Zeitnot und Stress", so Irene Becker.
"Perfektionismus ist nicht nur ein psychologisches, sondern auch ein gesellschaftliches Problem. Schon Berufseinsteiger wissen, dass sie das Optimum bringen müssen", betont Prof. Dr. Ulrike Zöllner von der Hochschule für Angewandte Psychologie Zürich. Der Arbeitnehmer werde als Humankapital angesehen, das genauso wie eine Geldanlage ein Maximum an Rendite bringe solle.
Doch auch wenn Perfektion im Beruf gefordert wird: ein Mensch mit Vollkommenheitswahn ist nicht unbedingt gern gesehen. "Denn ein Perfektionist ist mit nichts zufrieden. Er ist verbissen. Und genau dieses Verhalten macht ihn im Kollegenkreis unbeliebt", so die Schweizer Psychologin. "Eine gewisse Lockerheit ist dagegen gut für das Betriebsklima."

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