Frauen können EU-weit auf 18 Wochen Mutterschutz hoffen
Damit werde es für Frauen einfacher, Beruf und Privatleben zu vereinbaren, sagte EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla. Die Bundesregierung kündigte Widerstand gegen die Pläne an. Sie fürchtet zu hohe Zusatzkosten für die Arbeitgeber. Die Gewerkschaften unterstützen das Vorhaben. Auch beim Vaterschaftsurlaub will die EU-Kommission aktiv werden.
In der EU gilt seit 1992 ein Mutterschutz von mindestens 14 Wochen. Die geplante Verlängerung um vier Wochen würde die Bundesregierung zu einer Gesetzesänderung zwingen, denn in Deutschland ist die EU-Mindestfrist verankert. In anderen Mitgliedstaaten ist ein längerer Mutterschutz üblich. In Großbritannien und Irland sind es 26 Wochen, in Tschechien 28. In Frankreich haben Frauen bei Zwillingsgeburten sogar Anspruch auf 34 Wochen Pause.
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) warnte vor einem "Bumerang" für Frauen. "Der EU-Vorschlag erhöht die finanziellen Risiken für Arbeitgeber, die junge Frauen beschäftigen", erklärte ihr Ministerium. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) beziffert die Zusatzkosten durch den verlängerten Mutterschutz auf 500 Millionen Euro im Jahr. BDA-Präsidiumsmitlied Ingrid Hofmann nannte den Vorschlag "unnötig und teuer". Bereits jetzt zahlten deutsche Betriebe jährlich 1,6 Milliarden Euro für den Mutterschutz.
© AFP
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