Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Kind?
Die Karriereberaterin Jutta Bönig aus Überlingen am Bodensee glaubt: möglichst früh. Im Studium ein Kind zu bekommen habe den Vorteil, dass es bis zum richtigen Start der Karriere schon aus dem Gröbsten heraus ist. "Während der ersten Zeit nach der Geburt muss man am Ball bleiben. Das Ganze ist sicher nicht einfach und erfordert eine Menge Disziplin."
Trotzdem sei die Flexibilität im Studium noch am größten. "Frauen schaffen zum Teil unglaubliche Spagate zwischen Beruf und Kind. Es funktioniert also", sagt Bönig. Wäre da nicht das Geld. Das Vorhaben Kind sei dadurch heute viel schwerer zu realisieren als noch vor einigen Jahren. "Die jungen Leute leben von Praktika mit wenig Geld und sehen ihren Partner nur noch am Bahnhof."
Umstände, die auch auf Partnerschaften Auswirkungen haben. Michaela Kreyenfeld beobachtet, dass Beziehungen neu definiert werden. "Dadurch, dass viele Partnerschaften instabiler sind, wird auch die Familienplanung nach hinten verschoben." Die Entscheidung, sich endgültig zu binden, werde immer wieder vertagt, bis der Kinderwunsch nicht mehr realisierbar ist.
Dabei sei es falsch, seine Wünsche zugunsten der Karriere zu opfern. Dagmar Terbeznik, Coach aus Berlin, ist sich sicher, dass beides geht: "Was man will, das schafft man auch. Man muss sich nur immer wieder klar machen, was man wirklich will." Wer sich bewusst macht, dass es sich lohnt, lernt mit Stress positiver umzugehen. "Grundsätzlich ist es ja ein Gewinn, eine Familie zu gründen."

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