Fehlentscheidungen nicht vertuschen
Die Fehlentscheidung ohne Rücksicht auf die Folgen durchzuziehen oder später andere dafür verantwortlich zu machen, mag naheliegen. Und die Chance ist durchaus da, damit das ein oder andere Mal durchzukommen. Aber das Risiko ist groß, dass sich der Fehler schnell wiederholt, wenn daraus keine Lehren gezogen werden. Langfristig handeln Führungskräfte vernünftiger, wenn sie sich nicht durch Vertuschen zu schützen versuchen.
Stattdessen ist schnelles Fehlermanagement gefragt: Wenn ein Fehler bekannt wird, sind Reaktionen von Anteilnahme bis zu Kritik und Häme unvermeidlich. Wie das Umfeld reagiert, sagt viel über die Fehlerkultur im Unternehmen aus. Sinnvollerweise sollten sich Führungskräfte zu ihrer Fehlentscheidung bekennen und versuchen, die Auswirkungen aktiv so klein wie möglich zu halten. Wichtig ist, alle möglichen Folgen der Fehlentscheidung zu analysieren - möglichst sofort, wenn der Fehler klar geworden ist.
Um festzulegen, welche Schritte notwendig sind, kann es helfen, betroffene Mitarbeiter zu befragen - etwa, nach ihrer Einschätzung, was genau schief gelaufen ist und welche Bereiche des Teams oder Unternehmens von dem Fehler betroffen sind. Geklärt werden sollte auch, wer von dem Fehler erfahren muss. Gegenüber Vorgesetzten ist Offenheit notwendig: Ausmaß, Folgen und Ursachen des Fehlers dürfen nicht verschleiert werden. Kluge Führungskräfte unterbreiten gleichzeitig erste Vorschläge, wie sich die Folgen der Fehlentscheidung beseitigen lassen.
Empfehlenswert ist aber auch, sich bei den Betroffenen zu entschuldigen. Im Gespräch mit den Leidtragenden ergeben sich oft nützliche Hinweise darauf, wie sich solche Fehlentscheidungen künftig vermeiden lassen. Auch vor den Mitarbeitern ist Offenheit gefragt, so der Fachverlag: Am besten bekennen sich Führungskräfte ausdrücklich vor dem Team zu ihren Fehlern. Anschließend sollte ihm erläutert werden, wie das Konzept zur Fehlerbewältigung aussieht.
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