Schnauze voll: Schule weitermachen oder abgehen?

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Eltern, Freunde und Bekannte drängen zur weiteren Schullaufbahn, damit man sich alle Türen offenhält. Doch soll man sich dazu zwingen, wenn das Lernen nur noch eine Qual ist? Schließlich kann auch die Ausbildung in einem Unternehmen ihre Vorteile haben.
Wie klingt das verlockend: Nicht mehr büffeln, keine blöden Lehrer mehr und endlich sein eigener Herr sein. Doch ganz so einfach gestaltet sich eine Ausbildung nicht. "Viele vergessen, dass eine Ausbildung auch eine hohe körperliche und zeitliche Belastung darstellt", sagt Heiko Knapp, Ausbildungscoach beim Verein für Kultur und Bildung in Frankfurt. Außerdem übernehme der Azubi ein hohes Maß an Verantwortung.
Sich mit 16 oder 17 für einen Beruf zu entscheiden, sei ein großer Schritt. Wer eine Lehre wählt, um schulischen Strapazen aus dem Weg zu gehen, verschätzt sich oft. "Die Ausbildung ist ein schwieriger Weg. Wer mit einer Null-Bock-Einstellung von der Schule abgeht, hat auch im Ausbildungsbetrieb schlechte Karten", warnt Knapp. Und auch Geld sollte dabei kein Auswahlkriterium sein.
Trotzdem ist die finanzielle Unabhängigkeit für viele Jugendliche das ausschlaggebende Argument für eine Berufsausbildung. "Das Geld spielt schon eine große Rolle. Die Jugendlichen fühlen sich einfach reifer", hat die Diplom-Pädagogin Azbiye Kokol in Köln beobachtet. Die Leiterin des Jugendzentrums Meschenich berät Jugendliche beim Übergang von der Schule zum Beruf. Sie rät: "Wer die Kapazitäten mitbringt, sollte zumindest sehr stark darüber nachdenken, die Schule weiterzumachen." Die Berufschancen seien danach einfach vielfältiger.
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