07.11.2009
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Arbeiten trotz Krankheit: "Das rächt sich später"

Berlin (dpa) - Die Angst um den Arbeitsplatz und steigender Druck im Betrieb treiben Millionen Arbeitnehmer krank zur Arbeit. Rund ein Drittel geht sogar gegen den ausdrücklichen Rat ihres Arztes arbeiten - obwohl damit auch langfristig die Gesundheit leiden kann.

Grippewelle erfasst ganz Deutschland
Bett statt Büro: Viele Arbeitnehmer schleppen sich auch mit Krankheiten zur Arbeit, anstatt zu Hause zu bleiben. (Bild: dpa)
© dpa

Die Wirtschaftskrise kann aktuellen Studien zufolge eine Spirale von Verunsicherung, verschleppten Krankheiten und dauerhaften Risiken in Gang setzen. Jetzt rufen die Betriebsärzte Arbeitnehmer dazu auf, angesichts der Schweinegrippe mit Grippesymptomen auf jeden Fall zu Hause zu bleiben.

Helmut Schröder, Forscher am wissenschaftlichen Institut der AOK, spricht von einer "dramatischen Zahl": 30 Prozent der gesetzlich versicherten Arbeitnehmer sind binnen zwölf Monaten mindestens einmal im Job erschienen, obwohl der Arzt auf Krankschreibung drängte. Insgesamt gaben sogar 71 Prozent an, bisweilen krank arbeiten zu gehen.

"Das rächt sich später", sagt Schröder. Eine aktuelle dänische Studie bei knapp 12 000 Beschäftigten zeigt: Je häufiger jemand krank zur Arbeit erscheint, desto wahrscheinlicher und länger wird er in späteren Jahren krank. Kommt jemand zwei bis fünfmal im Jahr krank in Büro oder Werkstatt, liegt das Risiko späterer Langzeit- Arbeitsunfähigkeit um 21 Prozent höher. Schröder: "Es rechnet sich weder für Mitarbeiter noch für die Firma, sich krank zur Arbeit zu schleppen."

Dass Gesunde krankfeiern ist dagegen derzeit kaum ein Thema. Der Krankenstand sinkt seit Mitte der 90er Jahre ständig - laut Statistik des Bundesgesundheitsministeriums von 5,1 Prozent 1995 auf zuletzt 3,2 Prozent. In diesem Trend liegt auch die AOK, auch wenn in den vergangenen zwei Jahren hier wieder ein leichter Anstieg der Fehlzeiten verzeichnet wurden. Der neue AOK-Fehlzeiten-Report 2009 deutet an, dass die Forscher einen erneuten Rückgang erwarten: Im nächsten Report werde wohl über Auswirkungen der Wirtschaftskrise, zu berichten sein, schreiben sie.

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Meinungen zum Thema (6) in Karriere
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Dubi1101 - 10.11.2009, 11:08

Dazu braucht man nicht Experte sein, um zu wissen, dass ein kranker, überlasteter Körper irgendwann den Dienst versagt.

Faces123 - 09.11.2009, 16:13

Es ist schon richtig, dass man zu Hause bleiben sollte, wenn man krank ist. Schon deshalb, um nicht den ganzen Betrieb anzustecken. Zumal die Leistung auch nicht so stark ist, als wenn man gesund zur Arbeit kommt. Ich denke viele haben einfach An... gesamten Beitrag lesen

DuckDriver - 07.11.2009, 16:58

Achtung : ironiewarnung Natürlich rächt sich das im alter. Ist aber von unseren Politikern so gewollt - wer gleich nach Rentenerhalt stirbt, der spart dem Staat viel Geld. Ironie Ende. Ich selbst kenne genug Leute die sich tro... gesamten Beitrag lesen

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