Google und Facebook: Offensive beim Datenschutz

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Auf dem Dashboard können die Nutzer eine Übersicht ihrer bei den verschiedenen Google-Diensten hinterlegten Daten erhalten und diese ändern. Die Anwendung sei eine "echte Innovation", sagte der Datenschutzbeauftragte von Google Deutschland, Per Meyerdierks, in Berlin. Auch das Online-Netzwerk Facebook will für mehr Offenheit sorgen. Die Datenschutz-Bestimmungen sollen deshalb verständlicher formuliert werden.
Das Dashboard - englisch für Armaturenbrett - zeigt an, bei welchen Google-Diensten man angemeldet ist und welche Daten dort gespeichert sind. Registrierte Nutzer haben die Option, ihre Daten zu ändern. Zu den aufgelisteten Konten gehören je nach Nutzung etwa der E-Mail-Dienst Google Mail, die Bilderverwaltung Picasa oder das Videoportal YouTube. Der Suchmaschinen-Gigant steht wegen des Umgangs mit Nutzerdaten immer wieder in der Kritik.
Als weltweit tätiges Unternehmen könne Google den unterschiedlichen Erwartungen an Datenschutz nur gerecht werden, wenn man den Nutzern Wahlmöglichkeiten lasse, sagte Meyerdierks. Mit Hilfe der neuen Anwendung könnten User ihre Angaben nun leichter verwalten und auf Wunsch für mehr Privatsphäre sorgen.
Entwickelt wurde das Dashboard von Google-Spezialisten in München und Zürich. Es ist seit Donnerstag in 17 verschiedenen Sprachen verfügbar. Inwieweit sich Google etwa die Speicherung sogenannter IP-Adressen zunutze macht, geht aus der neuen Anwendung nicht hervor. "Das sind sicherlich Themen, über die wir aktiv nachdenken", sagte der Leiter des Google-Entwicklungszentrums München, Wieland Holfelder. Mit den Internet-Protokoll-Adressen kann jeder Rechner im Internet eindeutig identifiziert werden.
Facebook kündigte am Donnerstag an, die Datenschutz-Bestimmungen des sozialen Netzwerks verbraucherfreundlicher formulieren zu wollen. Erstmals soll ausdrücklich erwähnt werden, dass Facebook Standortdaten nutzen will. Damit könnte das Netzwerk zum Beispiel Werbung passend zum Wohnort der Nutzer platzieren.
Zuletzt hatten mehrere Fälle von Datenlecks im Internet für Aufregung gesorgt. So waren Daten von Nutzern des Online-Netzwerks SchülerVZ über eine technische Schwachstelle ausgelesen und weitergegeben worden. Beim Online-Buchhändler "libri.de" waren zeitweise mehr als 500 000 Kundenrechnungen mit Hilfe eines kleinen Tricks einsehbar.
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