04.11.2009
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In Kooperation mit LAUT AG

Web 2.0 - K.I.Z.-Fan droht Gefängnis

Social Networking ist in aller Munde und ohne kommt man in der aktuellen Web 2.0-Gesellschaft kaum noch aus. Die Mitgliederzahlen von Portalen wie studi.vz, MySpace, Facebook und Co. wachsen konstant. Aber nicht nur das eigene soziale Netzwerk interessiert sich für das persönliche Profil, auch die Polizei scheint regelmäßiger Besucher zu sein. So geschehen bei Jack S. aus Kaiserslautern.

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"Ich will töten, töten, töten"

Der 20-Jährige postete zwei Songtext-Zitate aus nicht verbotenen Liedern auf seiner Seite bei der Plattform wer-kennt-wen.de. Es handelte sich um einen Auszug aus dem Song "Töten" von der Berliner Hip Hop-Formation K.I.Z. und ein Zitat aus dem Titel "Generation Counterstrike" des Berliner Rappers Prinz Pi.

"Die Sonne scheint so hell, die Vögel singen schief, ich will töten, töten, töten. Der Winter ist vorbei, ich habe Frühlingsgefühle, ich will töten, töten, töten" (K.I.Z.)

"Das ist die 12 Gauge Mossberg Pumpaction, einfach halten und auf keinsten an der Schulter ansetzen, die streut wie Sau, sie bringt Dich ins Nirvana, frag Kurt Cobain von Nirvana" (Prinz Pi)

Ahnungsloser Störenfried

Im Zuge anderer Ermittlungen sei die Polizei auf der persönlichen Wer-kennt-wen.de-Seite gewesen, zitiert die Rhein-Zeitung Hartmut Carra, den Direktor des Amtsgerichts Kaiserslautern.

Da Jack S. die Zitate nicht als solche gekennzeichnet hatte, erschienen diese den Fahndern als Drohung eines potenziellen Amokläufers. Die darauf folgende Wohnungsdurchsuchung lieferte zwar keine Beweise oder illegalen Funde, trotzdem wurde ein Verfahren eingeleitet.

Nicht ganz unwesentlich war dabei die Tatsache, dass Jack S. der Polizei bereits als Paintball- und Waffenfan bekannt war. Der Verdächtige wies die Ermittler zwar auf die Tatsache hin, dass es sich um Songtexte handle. Der Einwand erhielt von gerichtlicher Seite jedoch wenig Beachtung und wurde auch nicht überprüft.

Eine Frage der Außenwirkung

Laut Carra ist der Fall "eine Frage der Außenwirkung". Jack S. habe die Texte nämlich "unter der Überschrift geschrieben, was er gerade macht - ohne einen Hinweis darauf, dass das Zitate sind."

Nun steht dem 20-Jährigen ein Strafbefehl wegen Störung der öffentlichen Ordnung ins Haus. Ihm drohen 500 Euro Strafe, die Übernahme der Verfahrenskosten und 50 Tage Gefängnis. Die Hauptverhandlung steht noch aus. Gelöscht hat K.I.Z.-Fan Jack S. die Zitate übrigens nicht, lediglich die Quellen sind mittlerweile angegeben.

© LAUT AG

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