13.05.2008

Löw vergibt EM-Tickets nach "Umfassender Analyse"

München (dpa) - Zwei Jahre hat Joachim Löw akribisch gesichtet, getestet und aussortiert - jetzt muss der Bundestrainer knallhart entscheiden.

Auswahl
Bundestrainer Joachim Löw hat seine Kaderspieler genau beobachtet.
© dpa
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In geheimer Klausur stellt der 48 Jahre alte Chefcoach der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit seinem Assistenten Hans-Dieter Flick, Bundestorwarttrainer Andreas Köpke und Chefscout Urs Siegenthaler den 23-köpfigen Kader für die Europameisterschaft zusammen, den er am 15. Mai berufen wird. "Wir waren permanent unterwegs auf den Spielplätzen. Wir werden eine umfassende Analyse von jedem einzelnen Spieler erstellen und dann entscheiden, wer mit zur EM geht", hatte Löw vorab angekündigt.

Vorher soll die Auslese abgeschlossen sein, danach werden die Gewinner und Verlierer unterrichtet. Löw weiß, dass die Absagen hart sein werden: "Es wird Enttäuschungen geben, es wird einigen wehtun." Das Aufgebot wird auf Deutschlands höchstem Berg, der 2962 Meter hohen Zugspitze, der Öffentlichkeit präsentiert. Womöglich wird Löw dann mehr als 23 Akteure benennen, die am 19. Mai ins Trainingslager nach Mallorca aufbrechen. Denn der offizielle Meldeschluss der Europäischen Fußball-Union (DFB) endet erst am 28. Mai, einen Tag nach dem vorletzten EM-Testspiel der DFB- Auswahl in Kaiserslautern gegen Weißrussland.

Löw hat die Nominierungs-Kriterien klar benannt. Neben dem "Können auf der Position" sei besonders wichtig, wie die Spieler mit Druck-Situationen umgehen. "Wer hat die mentale Stärke, sich in schwierigen Momenten durchzusetzen?" Dazu kommen Kriterien wie die soziale Kompetenz, Durchhaltevermögen, Hartnäckigkeit, Ausdauer und Toleranz.

Als Richtschnur für den EM-Kader kann das Einsatzprotokoll in den 20 Länderspielen unter der Regie von Löw seit der Weltmeisterschaft 2006 herangezogen werden. 38 Akteure setzte er insgesamt ein. Die meisten Partien bestritt der Stuttgarter Thomas Hitzlsperger (16), die längste Zeit auf dem Platz stand Torhüter Jens Lehmann (1350 Minuten), der erfolgreichste Schütze war Lukas Podolski (10 Tore).

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