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1968: DFB-Team erlebt Debakel bei EM-Premiere

Nach etlichen Jahren des Zögerns und Zauderns rang sich nun auch der DFB durch und meldete die Nationalmannschaft an.

Von Uwe Berndt

Günther Netzer erlebte mit dem DFB-Team 1968 ein Debakel.
Günther Netzer erlebte mit dem DFB-Team 1968 ein Debakel.
© afp
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Das Turnier durfte sich zum ersten Mal überhaupt Europameisterschaft nennen. Auch der Modus war ein neuer. Die UEFA teilte die insgesamt 31 Mannschaften in acht Qualifikationsgruppen auf.

Die BR Deutschland wurde in Gruppe 4 zu Jugoslawien und Albanien gelost, die DDR bekam es in Gruppe 5 mit Ungarn, Dänemark und der Niederlande zu tun. Gruppe 8 bestand zudem nur aus britischen Teams, da die Qualifikation das British-Home-Championship-Turnier war Die DFB-Auswahl lag vor dem letzten Spiel in Albanien zwei Punkte hinter Jugoslawien, hatte aber das um ein Tor bessere Torverhältnis. Ein Sieg in Tirana und das Viertelfinale war perfekt.

Am 17. Dezember 1967 kam es dann aber zur bis dato größten Blamage der DFB-Historie. Auf dem Acker des Quemal-Safa-Stadions kamen die Stars um Netzer, Overath, Beckenbauer und Müller nur zu einem 0:0. Deutschland war draußen! Gegen Albanien! Unfassbar! "In Tirana gab es kein Hotel, wir hatten auch kaum etwas zu essen", erinnert sich Spielmacher Netzer auch Jahrzehnte später nur mit Grausen an den Trip nach Albanien. "Es war eine einzige Katastrophe. Bei unserer Ankunft zurück in Deutschland war kein Mensch auf dem Flughafen. Bis auf das Bodenpersonal. Und von denen mussten wir uns auch noch rüde beschimpfen lassen."

Die DDR schied ebenfalls als Gruppenzweiter aus. Die Ungarn waren eine Nummer zu groß. Alle anderen Favoriten – bis auf Deutschland - setzten sich durch. Der Kracher im Viertelfinale war die Partie Weltmeister gegen Europameister, England gegen Spanien. Alf Ramseys Weltmeister zitterten sich beim Heimspiel im Wembley-Stadion zu einem späten 1:0. Das Rückspiel in Madrid gewannen die Männer um Kapitän Bobby Charlton 2:1, Titelverteidiger Spanien war draußen.

Neben England qualifizierten sich auch Jugoslawien, die UdSSR und Gastgeber Italien für die Endrunde. Einer Endrunde, über der bis heute der Geruch der Bestechlichkeit anhaftet.

Historischer Rückblick
Kehrtwende in Spanien

Alle bisherigen EMs:

Im ersten Halbfinale traf Italien auf die Sowjetunion. Im Stadio Sao Paolo zu Nepael sahen knapp 70.000 Fans eine wahre Regenschlacht. Nach 90 Minuten stand es 0:0. Zwei Minuten vor Ende der Verlängerung vergab Domenghini mit einem Schuss aus kurzer Distanz an den Pfosten den Sieg für die Gastgeber So kam es – heute unvorstellbar – zur grausamsten aller Entscheidungen im Fußball: Dem Münzwurf. Elfmeterschießen gab es damals noch nicht. Sowjet-Kapitän Schesternjew durfte die Münze auswählen. Er entschied sich für ein französisches 10-Francs-Stück. Seinem Pendant Facchetto blieb die Wahl der Seite. Italiens Kapitän entschied sich für Kopf. Der deutsche Referee Kurt Tschenscher warf die Münze in die Luft, fing sie mit seinem linken Handrücken und seiner rechten Hand auf – und Italien stand im Finale.

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