1972: Deutschland holt den Titel mit Zauberfußball

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Die BR Deutschland bekam es in Gruppe 8 mit Polen, der Türkei - und Albanien zu tun! Dasselbe Albanien, das im Dezember 1967 für die Schmach von Tirana gesorgt hatte.
Die DDR erwischte in Gruppe 7 mit den Niederlanden und Jugoslawien zwei harte Gegner. Dazu kam der Fußball-Zwerg Luxemburg. Am Ende belegte die DDR-Auswahl von Trainer Georg Buschner mit 7:5 Punkten lediglich Rang drei. Gruppensieger wurde Jugoslawien. In der deutschen Gruppe begann die Schön-Elf mit einem enttäuschenden 0:0 gegen die Türkei in Köln. In Tirana folgte dann ein mühsames 1:0, danach gewann das DFB-Team alle weiteren Partien bis auf die letzte, bedeutungslose gegen Polen (0:0). Das Viertelfinale war perfekt. Die UEFA wollte die EM an England vergeben. Als Alternative stand Italien bereit, sollten sich die Engländer nicht qualifizieren. Welch ein Irrglaube! Die Auslosung ließ Italien aufatmen, die Briten aber laut aufstöhnen: Deutschland!
Auch beim Erzrivalen herrschte ein mulmiges Gefühl. "Schlimmer ging’s nicht!", schrieb der "Kicker". Das Hinspiel im restlos ausverkauften Wembley-Stadion wurde aber zur Geburtsstunde der besten deutschen Mannschaft aller Zeiten. Uli Hoeneß brachte Deutschland in Führung, Lee besorgte in der 77. Minute den Ausgleich. Die biederen Engländer wurden aber in der Endphase förmlich überrannt von einer inspirierten, schnellfüßigen deutschen Elf. Günther Netzer per Elfmeter (85.) und Gerd Müller per Drehschuss (89.) sicherten den völlig verdienten Sieg – den ersten einer deutschen Mannschaft überhaupt auf dem heiligen Rasen von Wembley.
"It’s the end of the world", schrieb der "Mirror", die französische "L’Equipe" wollte "Traumfußball aus dem Jahr 2000" erkannt haben. Beim Rückspiel in Berlin verwaltete Deutschland den Vorsprung nur noch. Das 0:0 bedeutete den Einzug ins Endturnier. Dieses fand allerdings nicht in Italien statt, wie sich die UEFA schön ausgemalt hatte – sondern in Belgien. Die "Roten Teufel" entzauberten den Titelverteidiger mit seinen eigenen Mitteln. Belgien vertraute auf ein schier undurchdringliches Defensivkonzept und errang im Mailänder San-Siro-Stadion ein 0:0. Das Rückspiel in Brüssel gewannen die Belgier 2:1 und sicherten sich neben der Halbfinalteilnahme auch das Recht, die vierten Titelkämpfe ausrichten zu dürfen.

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