Kinder versichern ist gut - Sparen ist manchmal besser
Bianca Boss befürwortet diese Versicherung ebenfalls. Allerdings seien nicht allzu viele gute Produkte auf dem Markt, warnt sie. "Eltern müssen schauen, ob es sich wirklich lohnt." Etwa, ob es Ausschlüsse aus der Versicherung gibt, zum Beispiel wegen psychischer Probleme. Außerdem seien diese Versicherungen mit 300 bis 400 Euro im Jahr sehr teuer.
Werden die Kinder größer, kommt noch eine weitere Versicherung in Frage: Die Berufsunfähigkeitsversicherung. "Alle, die nach 1961 geboren und qualifiziert ausgebildet sind, sollten sich um eine Berufsunfähigkeitsversicherung kümmern", sagt Dieter. Es sei sogar besser, wenn Eltern und Großeltern diese Versicherung als Starthilfe abschließen, als in die Altersvorsorge zu investieren.
Doch erst ab dem 15. Lebensjahr kann die Berufsunfähigkeit versichert werden, fügt Boss hinzu. "Diese Versicherung sollte man dann so früh wie möglich abschließen." Denn Kinder seien meist noch so gesund, dass sie einen guten Schutz bekommen könnten. Zudem sei der Beitragssatz dann noch geringer.
Der Nachteil einer solchen Versicherung sei, dass keine beliebige Rentenhöhe abgeschlossen werden kann, sondern meist nur eine Rente von 500 bis 750 Euro, erklärt Stephan Gelhausen vom Informationszentrum der Deutschen Versicherer in Berlin. Er rät außerdem in der Schulzeit zu einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung.
Von einer Aussteuer- oder Ausbildungsversicherung raten Experten hingegen ab. Das sei eine mit einem Sparvorgang gekoppelte Lebensversicherung, erläutert Boss. Dabei versichert sich meist der Ernährer der Familie, um im Todesfall das Einkommen auszugleichen, erklärt Gelhausen. Der Unterschied zu einer Risikolebensversicherung sei aber, dass der Betrag nicht sofort beim Tod ausgezahlt wird, sondern an einem vorher festgelegten Termin.
"Wenn man aber etwas für das Kind machen will, sollte man lieber pro Monat etwas Geld ansparen", rät Boss. Diese Ausbildungs- oder Aussteuerversicherungen seien nicht transparent und zudem noch sehr teuer. "Sie sind nicht sinnvoll, weil man ja eigentlich was ansparen will." Stattdessen gehe ein Teil des Geldes für Verwaltungskosten drauf, warnt auch Dieter.
Einmalzahlung statt Rentenzahlung bei Invalidität
Wenn Eltern die Invalidität ihres Kindes versichern wollen, sollten sie einen Vertrag mit Einmalzahlung statt mit Rentenzahlung abschließen, rät der Bund der Versicherten. Diese Verträge sind oft günstiger und flexibler. Denn das Geld kann nach den jeweiligen Bedürfnissen eingesetzt werden. Außerdem ist die Zahlung steuerfrei, und es gibt keinen Beitragsunterschied zwischen Jungen und Mädchen. Außerdem fordert der Versicherer das einmal ausgezahlte Geld nicht wieder zurück, wenn das Kind wieder so gesund wird, dass der Schwerbehindertenstatus erlischt.
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