30.10.2009
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Homburger will Kranken-Mitversicherung von Kindern umstellen

FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger will das Modell der kostenfreien Familienmitversicherung der gesetzlichen Krankenversicherung umstellen. Die Frage sei, "ob die Familienmitversicherung von der Krankenkasse bezahlt werden muss. Das ist ein sozialer Ausgleich, der über das Steuersystem finanziert werden sollte", sagte Homburger zu sueddeutsche.de.

Birgit Homburger
Birgit Homburger
© DDP/AFP/Archiv

Die FDP hatte im Koalitionsvertrag durchgesetzt, dass es bei der Krankenversicherung künftig einen einkommensunabhängigen Beitrag der Versicherten geben soll, was dem umstrittenen Modell einer "Kopfpauschale" nahe käme. Eine Festlegung zur Mitversicherung von Kindern und Ehepartnern wurde aber nicht getroffen. Ein FDP-Fraktionssprecher betonte, die Familienmitversicherung solle nicht abgeschafft werden.

Die IG Metall warnte vor einem Systemwechsel im Gesundheitswesen. "Mit der im Koalitionsvertrag vorgesehenen Kopfpauschale und dem Einfrieren der Arbeitgeberbeiträge würden die wachsenden Kosten einseitig den Versicherten aufgebürdet", kritisierte IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban.

In der Union gibt es ebenfalls weiterhin Widerstand gegen die Absprachen im Koalitionsvertrag. Die Reformpläne seien "ein weiterer Anschlag auf die soziale Balance", sagte der Vize-Chef der Christlich-Sozialen Arbeitnehmerschaft (CSA), Konrad Kobler, dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Der CDU-Sozialpolitiker Uwe Schummer wandte sich im selben Blatt gegen ein Einfrieren der Arbeitgeberbeiträge.

Der Vorstandschef der Barmer Ersatzkasse, Johannes Vöcking, sagte der "Bild"-Zeitung, er rechne im kommenden Jahr mit höheren Belastungen für die gesetzlich Versicherten. Vöcking begründete dies mit Mehrkosten im Gesundheitssystem von rund acht Milliarden Euro für 2010. Seine Krankenkasse wolle zunächst aber dennoch keinen Zusatzbeitrag erheben, sagte Vöcking weiter.

Der Barmer-Chef forderte die neue Bundesregierung auf, die zusätzlichen Lasten nicht nur auf die Arbeitnehmer abzuwälzen. "Es geht darum, die Lasten im Gesundheitssystem gerecht zu verteilen. Nicht nur die Arbeitnehmer, auch Arbeitgeber, Ärzte und Pharmafirmen müssen ihren Beitrag dazu leisten, dass Gesundheit weiter bezahlbar bleibt." Zudem schlug er vor, dass Patienten nach jeder Behandlung eine Übersicht über die entstandenen Kosten erhalten sollten. Denkbar seien auch "Erfolgshonorare für Ärzte, wenn eine Behandlung schnell und erfolgreich verlaufen ist".

© AFP

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