A380-Auslieferungszentrum in Hamburg eröffnet
Im Werk Finkenwerder sollen in den nächsten Jahren 113 der bisher fest bestellten 192 Jets des weltgrößten Passagierflugzeugs übergeben werden, die restlichen Maschinen werden am französischen Standort in Toulouse ausgeliefert. "Das ist ein großer Tag für unser Unternehmen und für Hamburg", sagte Airbus-Chef Thomas Enders. Das Gebäude ist nach dem Entwickler Jürgen Thomas benannt, den Enders als "Vater der A380" würdigte. Die erste Hamburger A380 wird am 28. Juli an die Airline Emirates ausgeliefert.
Die neuen A380 werden künftig auf einem 20 000 Quadratmeter großen Vorfeld geparkt. Eine Fensterfront im Saal des Auslieferzentrums gibt den Blick frei auf das Flaggschiff der Airbus-Familie. In dem grau-schwarzen, fünfstöckigen Gebäude werden vor der Übergabe Formalien, wie das Unterzeichnen der diversen Verträge erledigt. In Hamburg werden die Kunden aus Europa und dem Nahen Osten die neuen Riesen-Jets in Empfang nehmen. Auch die Lufthansa wird ihre A380 in Hamburg abholen. Die Fluggesellschaft hat 15 dieser Großraumflugzeuge bestellt.
Enders hält nach seinen Worten die Probleme von Airbus nach den zahlreichen Verzögerungen bei der Auslieferung des Flaggschiffes nun für überwunden. Angesichts hoher Energiepreise gehe der Trend dahin, möglichst viele Passagiere in einem Flugzeug zu transportieren. Deshalb gehe er von einer zukünftig hohen Nachfrage aus. "In einigen Jahren werden die Probleme vergessen sein." Besonders arabische und asiatische Airlines haben großes Interesse, größte Einzelbesteller sind bisher Emirates (58) aus Dubai und Quantas Airways (20) aus Australien.
Emirates will in diesem Jahr noch vier weitere der Großraum-Jets in Hamburg abholen. Die ersten sollen mit jeweils 489 Sitzplätzen ausgestattet werden. Bis zu 853 Sitzplätze können die doppelstöckigen Riesenflieger maximal fassen, mit denen Airbus die Dominanz von Boeing bei den Jumbo-Flugzeugen gebrochen hat. Zum Vergleich: Eine normale Boeing 747-400 bietet 420 bis maximal 566 Passagieren Platz.
Bevor ab Ende Juli auch in Hamburg A380-Flieger übergeben werden, waren die ersten vier Maschinen in Toulouse an Singapore Airlines ausgeliefert worden. Dort werden die neuen Großraumflugzeuge unter anderem an Kunden aus Asien, Amerika und Australien übergeben.
Die Eröffnung des einzigen deutschen Auslieferzentrums wurde von Vertretern aus Politik und Wirtschaft als Meilenstein im Flugzeugbau am größten deutschen Airbus-Standort gewürdigt. Die Hansestadt sei heute nach Seattle und Toulouse das drittgrößte Zentrum der zivilen Luftfahrt, sagte Hamburgs Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU). Der 71 Jahre alte Namensgeber Jürgen Thomas verwies aber auch auf das seiner Meinung nach derzeit schlechte Klima in dem Konzern, der weltweit 57 000 Menschen beschäftigt. "Wir müssen zu dem Geist zurückkehren, der herrschte, als wir das Flugzeug geschaffen haben", forderte der A380-Entwickler.






















