04.11.2009
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Ein verlorenes Jahr: GM gibt Opel nicht frei

Rüsselsheim (dpa) - "Wir sind Opel" - fragt sich nur, wie lange noch. Viele Opelaner können ihre knallgelben T-Shirts mit dieser klaren Solidaritätsbekundung zu "ihrer Marke" möglicherweise bald an den Nagel hängen.

Forster und zu Guttenberg
Er war von Anfang an nicht überzeugt: der damalige Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg mit GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster am 2. März 2009.
© dpa

Glaubt man Betriebsräten, Gewerkschaften und Autoexperten, drohen bei dem Autobauer mit dem Verbleib bei der ungeliebten Mutter General Motors (GM) Massenentlassungen in ganz Europa. Vor genau einem Jahr hatte Opel nach einem Absatzeinbruch und massiven Verlusten den Staat zur Hilfe gerufen. Seither wurde zwar wie wild um die Zukunft des maroden Autobauers verhandelt, doch saniert wurde Opel nicht. Das könnte sich nun bitter rächen.

Das Jahr Stillstand hat die Situation bei der Marke mit dem Blitz wohl eher verschlechtert - und das trotz des Achtungserfolgs mit dem Mittelklassewagen Insignia und trotz der Abwrackprämie, die den Absatz steigerte. Jeden Monat setzte der Hersteller laut Opel-Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster 100 Millionen Euro in den Sand. Dass die Traditionsmarke überhaupt noch lebt, hat sie nur dem staatlichen Überbrückungskredit zu verdanken. Aber die Entwicklung neuer Antriebstechniken ging nicht recht voran, und der dringend erforderliche Abbau von Überkapazitäten lässt auf sich warten.

Und was noch schlimmer sein könnte: Das Tischtuch zwischen den Opelanern und dem GM-Management im fernen Detroit wurde in dem ganzen Hick-Hack mit dem überraschenden Ausgang zerrissen.

Opel bleibt das, was es seit 80 Jahren ist: Eine große GM-Tochter. Der US-Konzern hat den Rückwärtsgang eingelegt und bei Opel alles wieder auf Anfang gedreht. Die Amerikaner sehen sich als globalen Konzerne mit dem integralen Bestandteil Opel - und dabei soll es bleiben. Warum auch nicht? Nur die Insolvenz und die Angst vor dem Bankrott sowie der massive politische Druck brachten GM dazu, einen Verkauf überhaupt ins Auge zu fassen. Die Bundesregierung versuchte, dem zögernden GM-Management mit 4,5 Milliarden Euro Staatshilfen den Verkauf an den Zulieferer Magna schmackhaft zu machen. Dabei ist klar: GM braucht Opel und Opel braucht GM.

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