10.07.2008
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Ungewaschene Beeren: Keine automatische Parasitengefahr

Ulm/Neu-Isenburg (dpa/tmn) - Heimische Waldfrüchte oder Obst aus Bodennähe gelten häufig als Infektionsquellen für den Fuchsbandwurm. Wissenschaftliche Belege dafür gibt es aber nach Angaben der Medizinerin Beate Grüner vom Uniklinikum Ulm nicht.

Trotzdem rate sie dazu, in den süddeutschen Risikogebieten Früchte vor dem Verzehr zwar sorgfältig zu waschen, sagte Grüner der "Ärzte Zeitung". Auch gelten als Schutz vor solchen Parasiten die üblichen Hygieneregeln wie gründliches Händewaschen vor dem Essen.

Laut Grüner gibt es vor allem Risikogruppen in Süddeutschland: Hundehalter, die ihr Tier im Wald frei laufen lassen und Beschäftigte in der Landwirtschaft. Denkbar sei, dass die Eier bei der Feldarbeit aufgewirbelt und eingeatmet werden. Bei Hundebesitzern gelangten die Eier womöglich über das Tierfell an die Hände und würden dann beim Essen verschluckt. Hunde sollten regelmäßig entwurmt werden, da auch sie Überträger sein können.

Wer sich einen Fuchsbandwurm eingefangen hat, leidet der Expertin zufolge erst an unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Bauchschmerzen, wenn der Parasit schon sehr groß ist. Oft werde die Echinokokkose genannte Erkrankung zufällig etwa wegen erhöhter Leberwerte entdeckt. Früh festgestellt, lasse der Parasit sich per Operation entfernen. Andernfalls sei eine lebenslange Medikamenteneinnahme nötig.

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