Was Stretching wirklich leisten kann

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Kaum ein Thema im Sportbereich ist so sehr mit Dogmen behaftet wie das Stretching. Im Schulsport haben wir noch gelernt, dass es zum absoluten Pflichtprogramm vor und nach jedem Training gehört. Aktuelle Studien wiederum haben mit einigen der gängigen Mythen aufgeräumt und der allgemeinen Stretchfreudigkeit einen Dämpfer verpasst. Was also bringen Dehnübungen und was können sie nicht leisten?
Stretching nicht immer ganz risikofrei
Viele Sportler schwören auf intensive Dehnungsübungen, um ihr Verletzungsrisiko zu verringern. Damit tun sie sich jedoch nicht in jedem Fall einen Gefallen. Muskeln, die regelmäßig gedehnt werden, sind tatsächlich weniger anfällig für Verletzungen. Durch den Reiz, der auf die einzelnen Fasern wirkt, erhöht sich die Stabilität des Fasergeflechts innerhalb der Muskelzellen sowie die Stabilität von Sehnen und Bändern. Unmittelbar nach dem Stretching kann die Verletzungsgefahr jedoch steigen. Der Grund: Eine gedehnte Muskulatur büßt kurzzeitig ihren Dehnungsreflex ein, der sie bei abrupten Bewegungen schützt. Aus diesem Grund lieber erst nach dem Training das Stretchprogramm absolvieren.
Ins Reich der Mythen gehört außerdem die Annahme, dass Stretching vor Muskelkater schützen kann. Dehnen kann Muskelkater sogar begünstigen und den Heilungsprozess nach einer Überbeanspruchung verzögern. Denn für den unangenehmen Kater sind winzige Risse in den Muskelfasern verantwortlich, die durch mangelndes Aufwärmen oder äußere Kräfte wie etwa eine ungewohnte Belastung entstehen. Wird der verletzte Muskel dann noch gedehnt, drohen Zerrungen des Muskelgewebes.
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