02.11.2009
|
Bookmark-DiensteBookmark-DiensteBookmark-DiensteBookmark-Dienste

Schweinegrippe verbreitet sich schneller

Ein möglicher Stimmungswandel bei der Impfung könnte nach Ansicht des Virologen Uwe Gerd Liebert zu spät kommen. "Je mehr Schweinegrippefälle bekanntwerden, desto mehr Deutsche werden ihre bisherige Impfzurückhaltung aufgeben. Ich befürchte nur, dass viele Menschen zu spät aufwachen", sagte der Forscher von der Universität Leipzig der "Leipziger Volkszeitung" (Montag) und warnte: "Wer sich erst nach Weihnachten impfen lässt, der läuft Gefahr, auf dem Höhepunkt der Grippesaison zu spät zu kommen." Ein wirksamer Schutz trete erst nach drei Wochen ein.

Das PEI präsentierte Daten aus einem Bericht in Schweden, das schon seit dem 12. Oktober gegen Schweinegrippe impft. Demnach entsprechen die ersten gemeldeten Nebenwirkungen denen, die auch in den Zulassungsstudien vorkamen. Dort wurden bislang unter anderem Kopf- und Gelenkschmerzen, Fieber und Mattigkeit registriert. Beachtenswert sei die Meldung von allergischen Reaktionen bei 37 Patienten, schreibt das PEI. Bei zwei der Patienten sei eine Hühnereiweißallergie bekanntgewesen.

Bundesweit gibt es weniger Impfstoff als geplant. "Am Anfang hat sich das Impfstoff-Saatvirus nicht so gut vermehren lassen wie erwartet", sagte eine Sprecherin des Hersteller GlaxoSmithKline. Es zeichne sich ab, dass die im Juli anvisierte Zahl von bundesweit 8,3 Millionen Impfdosen monatlich vorerst deutlich unterschritten werde. Mittlerweile habe die Firma das Herstellungsverfahren optimiert.

Die Zahl der Schweinegrippe-Toten in Deutschland war am Freitag von drei auf sechs gestiegen. Bundesweit erstmals ist auch ein Mensch ohne bekannte Vorerkrankungen an den Folgen der Neuen Grippe gestorben. Die 48-jährige Frau aus dem Rhein-Sieg-Kreis hinterlässt vier Kinder und einen Ehemann. Im Saarland starb ein chronisch kranker, fünfjähriger Junge und in Augsburg ein schwerbehinderter 16- Jähriger an Schweinegrippe.

Besonders hart trifft die Schweinegrippe derzeit die Ukraine, wo es mehr als 50 Todesfälle gibt. Über 184 000 Menschen sind nach Angaben der Agentur Interfax daran erkrankt. In dem 47-Millionen- Einwohner-Staat herrscht wegen der Grippe Ausnahmezustand. Das Fernsehen zeigte Bilder von leeren Straßen und Geschäften in den Städten. Der Regierung schloss landesweit für drei Wochen alle Schulen und Kindergärten. In den USA wird unterdessen das Grippemittel Tamiflu in der flüssigen Form knapp. Die US- Seuchenbehörde CDC gab alle Notfall-Reserven des Grippemittels in flüssiger Form frei, die besonders für Kinder geeignet ist.

Weltweit sind nach jüngsten Zahlen des EU-Seuchenzentrums ECDC mehr als 6000 Menschen an der Neuen Grippe gestorben, davon rund 300 in Europa und 1000 in den USA.

Artikel bewerten:
Ukraine: Angst vor SchweinegrippeVideo abspielen

Ukraine: Angst vor Schweinegrippe

16 Tonnen Grippemittel "Tamiflu" wurden nach Kiew geliefert. mehr

Hochsicherheitslabor für Virusforschung

Die Schweinegrippe geht um die Welt

Der gefürchtete Virus wuchs sich mittlerweile zur Pandemie aus. mehr

Schweinegrippe-Impfdosen

Schweinegrippe - Impfen oder nicht?

Befürworter und Gegner der Impfung im Experten- Interview. mehr

Meinungen zum Thema (841) in Krankheiten
Diskutieren Sie mit: 'Schweinegrippe verbreitet sich schneller'
Meinung schreiben
Solifuga - 10.11.2009, 15:35

@Thomas "Das macht sie doch nur, weil rein "zufällig" zeitgleich die Impfwelle ausgerufen wurde! Ich (und andere) hatten es vorausgesehen!" Na sowas, ihr seid wohl Hellseher. Dann bin ich mal so frei und sage jetzt s... gesamten Beitrag lesen

ThomasRegensbur - 09.11.2009, 17:37

"Schweinegrippe verbreitet sich schneller" - Ja und zwar im "Schweinsgalopp" Das macht sie doch nur, weil rein "zufällig" zeitgleich die Impfwelle ausgerufen wurde! Ich (und andere) hatten es vorausgesehen!

ibinei - 07.11.2009, 17:40

Ja, wenn das so sit, wünsche ich Dir ein schönes Wochenende. Bis zum nächsten mal. Gruß Ibinei

GMX interaktive Suche

Schließen