Studie: Arbeitsverdichtung verursacht Pflege-Fehler
Die Forscher befragten 1100 Mitarbeitern von 76 Altenheimen und Krankenhäusern. Dies sei die erste bundesweite Studie zu diesem Thema, sagte Projektleiterin Monika Habermann am Donnerstag (5.11.). Dabei habe sich gezeigt, dass sich vor allem das Pflegepersonal in Altenheimen aus Angst vor Abmahnungen oder Entlassung oft nicht traut, offen über Fehler zu sprechen.
Für die vom Bundesforschungsministerium finanzierte zweijährige Studie fragten die Experten vom Zentrum für Pflegeforschung und Beratung die Teilnehmer unter anderem danach, welche Fehler ihnen schon einmal unterlaufen seien und wie sie darauf reagiert hätten. "Die Befragten erinnerten sich am häufigsten an Fehler, die haftungsrechtliche Konsequenzen haben könnten", sagte Habermann. "So gaben 55 Prozent zum Beispiel Medikamentenfehler an."
Erst als die Forscher genauer nach Aspekten wie Körperpflege, Essenseingabe, Vermeidung von Stürzen oder Bevormundung von Patienten gefragt hätten, sei ein differenziertes Bild entstanden. Dennoch gebe es nach wie vor Fehler, die die Pflegekräfte selten wahrnähmen. "Vor allem Fehler im menschlichen Umgang und der Hygiene werden nicht erkannt. Dort entsprechen die Zahlen aus der Studie nicht den allgemeinen Befunden", betonte die Wissenschaftlerin.
Die Ergebnisse der Studie wollen die Forscher an diesem Freitag in Bremen den beteiligten Altenheimen und Krankenhäusern vorstellen. Nun sei die Politik gefordert, sagte Habermann. "Es wird viel über Qualität in der Pflege diskutiert, aber es wird nichts an der Personalsituation getan." Nur in einem angemessenen Arbeitsumfeld sei ein besseres Fehlermanagement möglich.
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