26.05.2008
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Größte Schwulen-Parade der Welt in Brasilien

São Paulo (dpa) - Mehrere Millionen Menschen haben in Brasilien bei der größten Schwulen-Parade der Welt zu Samba- und Technomusik ausgelassen gegen Homosexuellen-Feindlichkeit demonstriert.

Gay-Pride-Parade
Drag Queens in São Paulo.
© dpa
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Mit fantasievollen Kostümen, Protest-Transparenten und Regenbogenflaggen zogen die Massen am Sonntag tanzend und singend über die Avenida Paulista im Geschäftszentrum der Großstadt São Paulo. Wildfremde Menschen umarmten und küssten sich. Die XII. Gay-Pride-Parade ging erst am Abend (Ortszeit) nach zehn Stunden zu Ende. Die Organisatoren schätzten die Teilnehmerzahl auf fünf Millionen.

Medien berichteten von einem "wahren Karneval". Paraden- Organisator Manoel Zanini betonte allerdings, es gehe bei aller Begeisterung "in erster um die Rechte der Homosexuellen". "Wir wollen nicht einfach nur folkloristisches oder anthropologisches Interesse wecken", sagte er. Der Leiter des Schwulenverbandes ABLGT, Toni Reis, beklagte, aufgrund der herrschenden Intoleranz seien in den vergangenen 20 Jahren in Brasilien mehr als 2800 Homosexuelle ermordet worden. Unter dem Motto "Homophobie tötet" (Homophobie = krankhafte Angst und Abneigung vor Homosexuellen) wurde auch jener Menschen gedacht, die durch Aids oder Gewalt ihr Leben verloren.

Die "Parade der Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen" zog auch viele Familien, Rentner, Persönlichkeiten von Sport, Politik und Kultur sowie Tausende Ausländer an. "Man sah Mütter, die Kinderwagen schoben und so viele Kinder, das war toll", sagte Aktivist Alexandre Santos. Der Organisator der Moskauer Gay-Parade, Nikolai Alexejew staunte: "So ein Fest gibt Schwulen anderer Länder sehr viel Hoffnung." Unter den Teilnehmern waren nach Medienangaben mindestens 20 000 aus dem Ausland angereiste Touristen. "Alle Hotels der Stadt waren wie selten zuvor voll", schrieb die Zeitung "O Globo".

Tourismusministerin Marta Suplicy tanzte begeistert mit und forderte, ein Gesetzentwurf zur Kriminalsierung der Homophobie müsse im Parlament endlich gebilligt werden. Staatliche Unternehmen wie die Erdölgesellschaft Petrobras sponserten die Parade 2008 mit insgesamt umgerechnet rund 300 000 Euro. Sie wird in Sao Paulo seit 1996 gefeiert. Damals kamen nur knapp 2000 Teilnehmer. Seit 2004 steht sie im Guinness-Buch der Rekorde als größte Schwulenparade der Welt.

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