01.06.2008
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Chaos in Londons U-Bahn durch letzte Party vor Alkoholverbot

Mit einem Saufgelage, das über Spontanaufrufe im Internet zustande kam, haben sich die Londoner in der Nacht zum Sonntag auf das neue Alkoholverbot in den öffentlichen Verkehrsmitteln eingestimmt. "Zunächst war die Stimmung glücklich und anarchistisch", sagte der 48-jährige Fotograf Desmond Fitzgerald über das Happening. Doch später sei die Stimmung umgeschlagen, viele seien volltrunken gewesen, einige hätten sich geprügelt. Die Polizei verzeichnete vier tätliche Angriffe auf U-Bahn-Fahrer, drei auf Underground-Mitarbeiter und zwei auf Polizisten. 17 Randalierer wurden festgenommen.

U-Bahnschild in London
Ab 1. Juni herrscht in Londons öffentlichen Verkehrsmitteln absolutes Alkoholverbot.
© AFP
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Im Internet kursierten Aufrufe zur Teilnahme an der "Letzten Underground Sauf-Party". Auf der Circle Line, die um den Londoner Innenstadtbereich im Kreis fährt, gab es Sicherheitsprobleme - "sie musste gestoppt werden", sagte ein Sprecher der Londoner Verkehrspolizei. Insgesamt wurden sechs Stationen zunächst dicht gemacht. Je länger das Trinkgelage ging, um so häufiger wurden randalierende und gewalttätige Teilnehmer angetroffen.

Der neue konservative Bürgermeister der Millionenmetropole, Boris Johnson, hatte in einer seiner ersten Amtshandlungen ein Alkoholverbot für die öffentlichen Verkehrsmittel verhängt, das ab dem 1. Juni gilt. "Ich glaube fest, dass das Alkoholverbot in den öffentlichen Verkehrsmitteln eine bessere Umgebung für alle Londoner schafft und dass wir durch das Verhindern von anti-sozialem Verhalten und sogenannten kleineren Vergehen auch die größere Kriminalität besser in den Griff bekommen", hatte Johnson zur Begründung gesagt.

Von nun an sollen alle Passagiere, die in den öffentlichen Verkehrsmitteln trinken oder geöffnete Alkoholgefäße bei sich tragen, zum Verlassen der Züge gezwungen werden. Die Bahnarbeitergewerkschaft warnte, dies setze die U-Bahn-Mitarbeiter einer noch größeren Gefahr aus. "Gewalt gegen Tube-Mitarbeiter ist ohnehin schon ein Problem, vor allem von seiten Betrunkener. Jetzt sollen unsere Leute auch noch auf sie zugehen und sie sogar aus den Zügen oder den Bahnhöfen werfen", sagte Gewerkschaftssekretär Bob Crow.

"Was für eine Nacht!", jubelte einer der Party-Teilnehmer im Internet. "Diese Party wird man nie vergessen! - Zum Wohl, Boris!"

© AFP

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