30.10.2009
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Umweltfreundliche Bestattungen liegen im Trend

Osnabrück (dpa) - Auf dem letzten Weg eines Angehörigen wollen immer mehr Menschen der Natur noch etwas Gutes tun. Bei Bestattungen werde vermehrt auf "ökologisch unbedenkliche Produkte geachtet".

Umweltfreundliches Krematorium
Der Kremierer Andrew McCulloch hält im Osnabrücker Krematorium eine Aschekapsel. Das Behältnis wird später in eine Bestattungsurne gesteckt. (Bild: dpa)
© dpa

Das berichtet Rolf Lichtner, Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Bestatter. Im Internet bietet die Branche eine ständig wachsende Produktpalette mit Urnen aus Kartoffelstärke, Bestattungswäsche aus Naturfaser oder Papp-Särgen. Einige ausländische Firmen offerieren gar, Verstorbene in Lauge zu zersetzen oder gefrierzutrocknen und dann zu pulverisieren - dies sei umweltverträglicher als die klassische Erd- oder Feuerbestattung. Auch die Kommunen treibt das Thema um. Bei einer Tagung in Osnabrück diskutierten Experten jüngst, wie Krematorien den Energieverbrauch und Ausstoß am Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) verringern können.

In der niedersächsischen Stadt lässt sich besichtigen, wie sehr bei Bestattungen inzwischen auf den Umweltaspekt geachtet wird. Gerade hat die Stadt die Technik in ihrem Krematorium auf den neuesten Stand gebracht. Was aus den beiden 30 Meter hohen Schornsteinen herauskommt, wird ständig auf Kohlenmonoxid, Staub, organische Stoffe und Dioxine untersucht. "Bei den Werten stehen wir jetzt super da", sagt der verantwortliche Ingenieur der Stadt, Helmut Nordsieck, und verweist auf die Vorgaben der Bundesimmissionsschutzverordnung.

Das war indes nicht immer so: Gleich neben dem 1993 errichteten Krematorium auf dem Heger Friedhof steht ein 70 Jahre alter Vorgängerbau. Was aus dessen flachen Schornsteinen jahrzehntelang in die Luft entwich, interessierte so gut wie niemanden. Laut dem Bundesverband Deutscher Bestatter gibt es in Deutschland erst seit 1996 gesetzlich vorgeschriebene und überwachte Messungen der Abgase aus Krematorien.

Obwohl sich Fachleute darüber einig sind, dass die Emissionsvorgaben nunmehr bundesweit sehr streng sind, gibt es noch Lücken. So enthält die Abgasverordnung keine Grenzwerte für Quecksilber, das bei der Verbrennung von Amalgamfüllungen entsteht. Belastet sind die Körper der Toten indes nicht nur mit Amalgam, sondern auch mit Medikamentenrückständen, Implantaten und Strahlendosen. Experten zufolge können die bei der Verbrennung entstehenden Schadstoffe durch höhere Verbrennungstemperaturen verringert werden. Doch je mehr Energie eingesetzt wird, desto größer ist der CO2-Ausstoß und desto teurer werden die Einäscherungen für die finanzklammen Kommunen.

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