20.04.2008

Stundenlange Haarpflege vor der Bart-Meisterschaft

Eging am See (dpa) - Die Teilnehmer sind Herren und zumeist im gesetzten Alter, ansonsten entsprechen sie auch nicht dem klassischen Ideal eines Fotomodells. Dennoch haben die Internationalen Deutschen Meisterschaften der Bärte aber eine gewisse Ähnlichkeit mit Schönheitswettbewerben.

Meisterschaft der Bärte
Der zweijährige Leon wendet für seine "Bartpflege" wohl weniger Zeit auf als sein Opa Harald Breitenfeldt. (Archivbild)
© dpa
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Am Samstag traten im niederbayerischen Eging am See 127 Männer aus sechs Ländern mit ihren kunstvoll gestylten Schnauz-, Kinn-, Backen- oder Vollbärten bei der diesjährigen Meisterschaft an.

Nach den Regeln des Verbandes deutscher Bartclubs seien die Bärte in insgesamt 17 verschiedenen Kategorien bewertet worden, erklärte Organisator Wilhelm Preuß. "Die Einteilung nimmt die Jury vor, damit niemand in der falschen Klasse startet." Die Juroren waren Friseurmeister und damit langjährige Haarexperten. Die Bartträger waren teilweise aus England, Polen, Frankreich, Österreich und der Schweiz angereist, viele mit Ehefrauen oder Freundinnen. "Die ersten Plätze blieben aber fast alle in Deutschland", berichtete Preuß. Nur ein Schweizer kam ebenfalls nach ganz oben aufs Siegerpodest.

Zwirbelmeister
Teilnehmer der Internationalen Deutschen Bartmeisterschaft.
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Bei dem Wettbewerb in der Westernstadt Pullman City im Landkreis Passau kam es nicht nur auf einen gepflegten Bart an. Die meisten Teilnehmer gingen mit einer aufwendigen Verkleidung an den Start. So traten die Bartfans mit Zylinder und Frack, als Musketier, mit preußischer Gardeuniform und Pickelhelm oder auch - passend zum Umfeld - als Cowboy an. Schließlich sollte von der Jury das Gesamtbild bewertet werden.

Grundsätzlich werden die Bärte in drei Oberklassen und bis zu sechs Unterkategorien eingeteilt. So gibt es Bärte "naturale", "kaiserlich", "englisch", "Chinese" oder "Dali". Die Bärte, für die es kein historisches Vorbild gibt, werden als "Freistil" bewertet - dort ist alles erlaubt. So vielfältig wie die Namen sind auch die Bärte selbst. Einige Männer treten mit langen Vollbärten an, andere haben nur eine spärliche Oberlippenzierde, bei der jedes einzelne Härchen in Form gebracht wird.

Invasion der Bärtigen
Bei der Bartmeisterschaft in der Westernstadt Pullman City wird die Gesichtsbehaarung in verschiedenen Kategorien bewertet.
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Gerhard Knapp aus Pforzheim hat einen in mehreren Ebenen gezwirbelten Vollbart. "Für solch eine Meisterschaft muss ich mich schon vier bis fünf Stunden vorbereiten", berichtet er über seine Bartpflege. Im Alltag bereite sein Gesichtsschmuck natürlich weniger Arbeit. "Ich mache mir den Bart jeden Tag anders", sagt Knapp. Seine Visitenkarte listet eine ganze Reihe von Erfolgen auf: zweimaliger Superweltmeister, Olympiasieger oder auch "Weltmeister im Bartgewicht heben" und andere Titel.

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