Tibet-Fahne könnte bald die Mode prägen
Im Moment hat die Tibet-Flagge Hochkonjunktur. Fahnen-Hersteller auf der ganzen Welt sind völlig überlastet, und findige Modemacher tüfteln an ersten Entwürfen, mit denen sie die farbenfrohe Fahne zum neuen Trend pushen wollen.
Es wäre nicht das erste Mal, dass sich selbst Star-Designer von den Symbolen der Friedensbewegung beeinflussen lassen. Gerade die tibetischen Flagge hätte durchaus das Zeug zum Massenerfolg in der Modewelt, glaubt Stylist Thom Wagner. Immerhin ist die Flagge ein Exot - bunt und kreativ. Unter einer aufgehenden Sonne blicken zwei Schneelöwen auf ein flammendes Juwel. Zwölf blaue und rote Strahlen und der goldene Rahmen verweisen auf göttliche Ideale. Nahezu perfekt für die Mode, sagt Wagner: "Die Flagge hat eine coole Farb-Kombi und sieht archaisch aus. Das Zusammenspiel von politischer Botschaft und Mode passt perfekt." Das ließe sich zum Beispiel als T-Shirt-Aufdruck vermarkten.
Als Wimpel, Anstecker oder Fahne erlebt die Flagge der tibetischen Exilregierung jetzt schon einen enormen Aufstieg. "Vor den Protesten war sie in Deutschland so gut wie unbekannt", meint der Inhaber der Thüringer Fahnenfabrik, Hartmut Koch, am Freitag in Erfurt. Und auch Bernhard Karcher von www.fahnenversand.de ist etwas überrascht: So unvermittelt habe es bislang noch keine Fahne zum bestverkauften Produkt geschafft.
Inzwischen ist die tibetische Flagge so populär, wie Regenbogenfahne, Palästinensertuch oder Peace-Zeichen es einmal waren. Und genau wie diese Symbole aus Friedensbewegung und linker Szene könnte die Tibeter-Flagge gerade durch ihren Erfolg schnell ihre politische Botschaft einbüßen, glaubt Designer Wagner. "Die Gefahr ist, dass die Leute die Flagge nur noch als modisches Accessoire sehen, weil es so schön bunt ist", ahnt er. Jugendliche tragen das "Pali" heute, ohne einen einzigen Gedanken an den Konflikt zwischen Palästinenser und Israelis zu verschwenden.
Bis die Flagge womöglich als T-Shirt-Aufdruck Erfolge feiert, wollen nun zuerst einmal die Fahnenhändler möglichst viel Geld verdienen. Allerdings macht ihnen der Nachschub Sorgen. "Die Nachfrage nach Tibet-Flaggen hat sich auf einen Schlag verhundertfacht", sagt Online-Händler Karcher. Darauf sei niemand vorbereitet gewesen.
Er und viele seiner Konkurrenten lassen auf die Schnelle tausende Fahnen aus Taiwan einfliegen. Ihr größtes Problem: Die meisten Tibet- Fahnen werden verbotenerweise in China produziert. Eine Tibet-Fahne "Made in China" sei bei den China-kritischen Kunden in Deutschland aber völlig unverkäuflich. Den Kunden gehe es halt um die Symbolik, betont Karcher. Während er sonst vor allem an weniger anspruchsvolle Fußballfans liefert, sei die Tibet-Fahne vor allem bei Intellektuellen gefragt, berichtet er. "Ich habe noch nie so viele Fahnen an Leute mit Doktor-Titel verschickt."
- okay...sehe ich das richtig? bei allem ... | Aniol, 14.04.2008, 22:10
- Es wäre eine Win-Win-Situation. Die Mod... | gVatter, 14.04.2008, 08:01
"Sex and the City"-Star Sarah Jessica Parker macht jetzt Mode.
























