03.05.2008

Stichwahl entscheidet über Präsidentschaft in Simbabwe

Die Simbabwer sollen in einer Stichwahl zwischen Präsident Robert Mugabe und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai über ihr künftiges Staatsoberhaupt entscheiden.

Mugabe (l.) und Tsvangirai
Mugabe (l.) und Tsvangirai
© AFP
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Die Wahlkommission teilte in Harare mit, keiner der Kandidaten habe im ersten Durchgang am 29. März die absolute Mehrheit erzielt. Dem amtlichen Ergebnis zufolge lag Tsvangirai mit 47,9 Prozent der Stimmen rund vier Prozentpunkte vor Mugabe. Tsvangirais Bewegung für demokratischen Wandel (MDC) wies das Ergebnis als "skandalös" zurück, weil sie von einer absoluten Mehrheit Tsvangirais ausgeht. Das britische Außenministerium bezweifelte die Glaubwürdigkeit des Ergebnisses.

Der 84-Jährige Mugabe, der Simbabwe seit 28 Jahren mit harter Hand regiert, kam laut Wahlkommission auf 43,2 Prozent der Stimmen. Auf dem dritten Platz lag der frühere Finanzminister Simba Makoni mit 8,3 Prozent der Stimmen. Es wird damit gerechnet, dass Makoni bei der Stichwahl Tsvangirai den Rücken stärkt. Die Bekanntgabe des Ergebnisses durch die Wahlkommission erfolgte fünf Wochen nach dem ersten Wahlgang. Die Veröffentlichung war verschleppt und wegen Neuauszählungen verzögert worden.

Mugabe hatte nach Angaben der senegalesischen Regierung in einem Gespräch seine Bereitschaft erklärt, eine Stichwahl und deren Ausgang zu akzeptieren. Die Oppositionspartei Bewegung für demokratischen Wandel (MDC) hatte jedoch am Freitag eine Stichwahl abgelehnt.

Ein MDC-Sprecher sagte, die Wahlkommission habe die Veröffentlichung "überstürzt". Sie sei ein "Ergebnis der Manipulation". Tsvangirai selbst hatte zuletzt am Dienstag einer Zeitung gesagt, dass es "kein Bedarf zu einer Stichwahl" gebe. Angesichts zahlreicher Angriffe regierungstreuer Milizen auf die Opposition bezweifelte er einen freien und fairen zweiten Wahlgang. Die MDC wirft der Regierung zudem vor, die Bevölkerung in einer Gewaltkampagne vor dem entscheidenden Urnengang bereits jetzt einzuschüchtern.

Das UN-Kinderhilfwerk UNICEF kündigte eine Hilfsaktion in Simbabwe an. "Wir werden in einer sofortigen Notaktion mehr als 1500 Menschen mit Decken, Seife, Eimern und Trinkwassertabletten versorgen", sagte die UNICEF-Vertreterin in Simbabwe, Festo Kavishe. Sie rief zudem Behörden und Parteien auf, sich zusammenzuschließen, um Kinder vor "allen Formen von Gewalt, Missbrauch oder Ausbeutung" zu schützen und ihren "Zugang zu Bildung und Gesundheit" sicherzustellen.

© AFP

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