10.05.2008

Tsvangirai tritt in Stichwahl gegen Mugabe an

Trotz befürchteter Manipulation durch die Führung in Simbabwe hat sich Oppositionsführer Morgan Tsvangirai zu einer Stichwahl um die Präsidentschaft gegen Amtsinhaber Robert Mugabe bereit erklärt. "Das Volk ist bereit für einen Wechsel. Wir müssen seinen Traum wahr werden lassen", sagte der Kandidat der Bewegung für einen demokratischen Wandel (MDC). Als Bedingungen für seine Teilnahme forderte er allerdings ein Ende der Gewalt und die Entsendung von Friedenstruppen der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) nach Simbabwe. Ein Datum für die Stichwahl stand noch nicht fest.

Mugabe (l.) und Tsvangirai
Mugabe (l.) und Tsvangirai
© AFP
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"Die Stichwahl kann Diktator Mugabe endlich und für immer k.o. schlagen", sagte Tsvangirai. Zugleich stellte er fünf Bedingungen für den zweiten Wahlgang: Neben SADC-Friedenstruppen und einem Ende der Gewalt forderte er auch "einen freien Zugang für internationale Beobachter". Ebenso müsse die nationale Wahlkommission umgebildet werden. Derzeit sei sie parteiisch und favorisiere die regierende ZANU-PF von Mugabe. Auch Medien müssten frei über die Wahlen berichten dürfen, verlangte Tsvangirai in einem fünften Punkt. Während des ersten Wahlgangs Ende März waren Journalisten bei ihrer Arbeit stark behindert worden.

Tsvangirai, der sich seit Wochen im Ausland aufhält, kündigte für den Wahlkampf seine Rückkehr "binnen zwei Tagen" an. Er war aus Angst vor einer Festnahme kurz nach der Wahl geflohen. Für seine Abwesenheit war er zuletzt auch aus den eigenen Reihen kritisiert worden.

Den ersten Wahlgang am 29. März hatte Tsvangirai nach Angaben der Wahlkommission mit 47,9 Prozent gegen Mugabe (43,2 Prozent) gewonnen. Lange hatte er sich jedoch nicht zu seiner Teilnahme an einer Stichwahl geäußert. Die MDC beanspruchte eine absolute Mehrheit und damit einen direkten Sieg im ersten Durchgang für sich. Einen zweiten Wahlgang hielt sie deshalb für illegal. Auch bei der zeitgleich abgehaltenen Parlamentswahl erreichte seine MDC einen historischen Sieg gegen die ZANU-PF.

Der 84-jährige Mugabe klammert sich auch nach 28 Jahren an der Macht weiter an sein Amt. Unter ihm steuerte Simbabwe, dass einst als "Kornkammer Afrikas" galt, in eine tiefe Wirtschaftskrise. Die Inflation in der einstigen britischen Kolonie liegt nach offiziellen Angaben bei 165.000 Prozent, die Arbeitslosigkeit bei 80 Prozent.

© AFP

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