26.04.2008

Dalai Lama begrüßt Chinas Angebot als Chance für Dialog

Nach Chinas Gesprächsangebot an den Dalai Lama hat das geistliche Oberhaupt der Tibeter die Hoffnung auf einen ernsthaften Dialog geäußert. Wenn das angebotene Treffen jedoch nur die internationale Kritik an Chinas Vorgehen in Tibet abmildern solle, wäre es "bedeutungslos", sagte der Dalai Lama. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, Pekings Gesprächsangebot könne "ein wichtiger Schritt zur Entschärfung der Situation sein". Unterdessen warfen staatliche chinesische Medien dem Dalai Lama erneut vor, für Tibets Unabhängigkeit zu kämpfen.

Dalai Lama
Dalai Lama
© AFP
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"Ich habe noch keine detaillierten Informationen bekommen, aber grundsätzlich sind Gespräche gut", sagte der Dalai Lama in seinem Exilort Dharamsala. Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hatte am Freitag gemeldet, dass die Regierung "in den nächsten Tagen Kontakt und Konsultationen mit dem privaten Vertreter des Dalai" aufnehmen werde.

Die staatliche chinesische Zeitung "People's Daily" erneuerte derweil die Separatismus-Vorwürfe gegen den Dalai Lama. "Der Clique des Dalai Lama sind alle Mittel recht, um der Stabilität und Entwicklung Tibets zu schaden", schrieb das Sprachrohr der chinesischen Kommunistischen Partei.

Merkel äußerte in der "Bild am Sonntag" mit Blick auf Chinas Gesprächsangebot die Hoffnung, "dass damit ein Weg eingeschlagen wird, der zu einem friedlichen und erfolgreichen Verlauf der Olympischen Spiele führt". Das Auswärtige Amt lastete China laut Informationen des "Spiegels" in einem vertraulichen Lagebericht vom 18. März "signifikante" Menschenrechtsverletzungen an. Trotz Verbesserungen gibt es demnach weiterhin "Folter, polizeiliche Willkür, fehlende Meinungs-, Religions-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit".

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, rief in der "Financial Times" mit Blick auf die Menschenrechtslage in China dazu auf, Peking mehr Zeit zu lassen. IOC-Vizepräsident Thomas Bach kündigte in der "WirtschaftsWoche" an, dass angesichts der heftigen Proteste während des Fackellaufs die Fackel bei der Eröffnung der Olympischen Spiele erstmals von IOC-Funktionären getragen werde. Es müsse deutlich werden, dass die Flamme "kein staatliches Hoheitszeichen des Gastgeberlandes" sei.

Der olympische Fackellauf wurde unterdessen im früheren japanischen Olympiaort Nagano fortgesetzt, wo 3000 Polizisten die 18,7 Kilometer lange Strecke sicherten. Augenzeugen berichteten von tausenden chinesischen Unterstützern mit riesigen roten Flaggen.

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