04.11.2009
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Abwarten statt aufstocken

Es war ein kleiner Tabubruch: Der neue Verteidigungsminister Guttenberg hat im Zusammenhang mit dem deutschen Afghanistan-Engagement von einem "Krieg" gesprochen. Doch das war es auch schon an deutlichen Worten - Schwarz-Gelb hat keine klare Strategie für den Bundeswehreinsatz.

Von Matthias Gebauer, Severin Weiland, Philipp Wittrock

Guttenberg: Kriegsähnliche Zustände in Afghanistan
Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU): "In Teilen Afghanistans gibt es fraglos kriegsähnliche Zustände."

Berlin - Er spricht es aus, ohne sich die Einschätzung zu Eigen zu machen. "In Afghanistan ist Krieg, egal, ob ich nun von ausländischen Streitkräften oder von Taliban-Terroristen angegriffen, verwundet oder getötet werde." Das sagt Karl-Theodor zu Guttenberg in seinem ersten großen Interview als neuer Verteidigungsminister am Dienstag in der "Bild"-Zeitung. Das heißt, er sagt es nicht selbst, er sagt nur, dass er jeden Soldaten verstehe, der so etwas sagt.

Guttenberg selbst nennt die Mission am Hindukusch einen "Kampfeinsatz", so wie es auch die Kanzlerin schon getan hat. Denn einen Krieg, so will es das Völkerrecht, einen Krieg kann es juristisch gesehen nur zwischen zwei Staaten geben, also nicht mit den Taliban. Und dennoch, die Worte sind ein geschickter, wenn auch nicht ganz unerwarteter Bruch des jungen Neulings mit der krampfhaft eingehaltenen Linie seines ungeliebten Vorgängers Franz Josef Jung, der das böse K-Wort möglichst gar nicht in den Mund nahm.

Die rhetorische Wende des frischen Oberbefehlshabers ist aber die einzige Veränderung, die sich die schwarz-gelbe Bundesregierung mit Blick auf die Afghanistan-Mission in diesen Tagen leistet. Dabei gäbe es Anlass genug, jenseits semantischer Feinheiten darüber nachzudenken, wie es weitergehen soll am Hindukusch, nach einer Wahlfarce, die einen geschwächten Präsidenten Hamid Karzai im Amt zurücklässt. Von politischer Stabilität ist das Land Lichtjahre entfernt, die Sicherheitslage verschärft sich weiter.

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Meinungen zum Thema (11) in Deutschland
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jamguy - 05.11.2009, 17:13

Wenigstens wird nicht verschönigt,was nicht zu verschönigen ist.Deutschland befindet sich definitiv im Krieg mit den Taliban.

saberrider - 04.11.2009, 16:39

es darf ja nie wieder ein krieg ausgehen, an dem dtl nicht beteiligt ist... wir sind seit einigen jahren drittgroesster waffenexporteur der welt. diese statistik muss ja von waffenlieferungen kommen, die in kriegen genutzt werden. warum redet man ... gesamten Beitrag lesen

JungeAusEssen - 04.11.2009, 15:59

Der Mann wird mir immer sympathischer! Er spricht die Sachen aus, auch wenn se unangenehm sind -Nur wenn man Problemen ins Gesicht sieht kann man sie lösen!!

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