04.11.2009
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Union: FDP-Rente mit 60 hat keine Chance

Berlin (dpa) - Die Union gibt dem FDP-Vorstoß für eine Rente mit 60 keine Chance. "Bei diesem Modell würden die Abschläge zur Rente so hoch sein, dass sich dies ein normaler Arbeitnehmer nicht leisten kann", sagte der CDU-Rentenexperte Peter Weiß (CDU) der "Rheinischen Post" (Donnerstag).

Rentenbescheid
Die FDP befürwortet "ein neues Angebot für den Übergang von Arbeit zur Rente".
© dpa

Entschiedener Widerstand kam am Mittwoch auch von Arbeitgebern und Gewerkschaften. Die FDP möchte die Ende 2009 auslaufende Altersteilzeitregelung nicht verlängern und propagiert stattdessen einen möglichen Renteneintritt mit 60 Jahren - bei gleichzeitigem Fortfall der Hinzuverdienstgrenzen. Das neue Angebot könne Arbeitnehmern ab dem 60 Lebensjahr die Möglichkeit zum vorzeitigen Ausscheiden aus dem Berufsleben geben, sagte FDP-Vizefraktionschef Heinrich Kolb der "Bild"-Zeitung (Mittwoch).

CDU-Politiker Weiß kritisierte den Koalitionspartner. "Es ist müßig, jeden Tag einen Teil aus dem Wahlprogramm als öffentliche Forderung zu formulieren." Im übrigen wäre das FDP-Modell "nur für wenige Gutverdiener attraktiv". Der sozialpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe, Max Straubinger, sprach von einem "typischen" FDP-Vorschlag für Bestverdienende. Bei einem Renteneintritt mit 60 müssten bis zu 25,2 Prozent Abschlag in Kauf genommen werden. Zugleich entstünden zusätzliche Vorfinanzierungskosten in Milliardenhöhe und eine deutliche Beitragssatzerhöhung von bis zu einem Prozentpunkt.

Auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt lehnte den FDP-Vorstoß ab. Hundt sagte der "Bild"-Zeitung (Donnerstag), es sei richtig, die "teure Altersteilzeitförderung" nicht zu verlängern. Die FDP-Forderung nach einer Rente mit 60 führe jedoch nicht weiter. Wegen des demografischen Wandels sei eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit unerlässlich.

Kritik kam auch von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und vom Deutschen Gewerkschaftsbund. "Die astronomisch hohen Abschläge von bis zu einem Viertel der Rente können sich nur Menschen leisten, die zeitlebens extrem hohe Gehälter hatten und über ein dickes Sparkonto verfügen", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. "Ein Kombi-Rentner, der sich mit Mini-Rente plus Mini-Jobs über Wasser hält, kann nicht ernsthaft von verantwortungsvollen Politikern gewünscht sein." Der DGB forderte erneut flexible Übergänge in die Rente, zum Beispiel eine Teilrente. Diese Lösungen müssten aber sozial und tarifvertraglich abgesichert sein.

Altersteilzeit beantragen können Arbeitnehmer, die das 55. Lebensjahr vollendet und in den vergangenen fünf Jahren mindestens drei Jahre in einer versicherungspflichtigen Beschäftigung gestanden haben. Dabei wird nach einer freiwilligen Vereinbarung mit dem Arbeitgeber die bisherige Arbeitszeit halbiert. Mögliche Modelle sind Halbtagsbeschäftigung, Arbeit und Freistellung im täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Wechsel sowie ein sogenanntes Blockmodell. Lohnzuschüsse von der Bundesagentur für Arbeit werden allerdings nur dann gewährt, wenn der durch die Altersteilzeit freigewordene Arbeitsplatz wiederbesetzt wird.

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karma - 07.11.2009, 12:13

Rentner würden bis zum Lebensende mit bis zu einem Viertel weniger Rente auskommen. Woher nehmen diese gelben Traumtänzer die Gewissheit, dass ein 90jähriger noch am Arbeitsmarkt eine Beschäftigung findet? Oder soll hier einem fr... gesamten Beitrag lesen

Rooibostee - 06.11.2009, 10:16

Nachtrag: was mischt sich die Freiberuflerliga der FDP eigentlich in die Rente der abhängig Berufstätigen ein? Die glaube auch, sie wüßten wirklich alles besser.

Rooibostee - 06.11.2009, 10:13

Ich kann mir schon vorstellen, was bei diesem Model passieren wird: der Personalchef zitiert den 60 jährigen zu sich und legt ihm nahe, er möge doch bitte in Rente gehen, sonst fühle man sich evtl. gezwungen, ihm zu kündigen. Die ... gesamten Beitrag lesen

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