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Was passiert, wenn nichts passiert?

Gerhard Schröder mit seinen Cousinen
Bundeskanzler Gerhard Schröder strahlte im Juni 2001 übers ganze Gesicht, als er seine neu entdeckten Ost-Cousinen Heidelinde Munkewitz und Inge Siegel im Berliner Kanzleramt in die Arme schließen durfte.
© dpa

Schröder und die Ost-Cousinen

Eine private deutsch-deutsche Wiedervereinigung erwärmte im Sommer 2001 medienwirksam die Herzen der deutschen Bevölkerung: Bundeskanzler Gerhard Schröder erfuhr überraschend von der Existenz zweier Cousinen im thüringischen Eisenach. Seine Schwester Gunhild Kamp-Schröder war bei Nachforschungen zum Grab des im Zweiten Weltkrieg gefallenen Vaters Fritz auf dessen Bruder Kurt und seine Töchter Heidelinde Munkewitz und Inge Siegel gestoßen. Da war die Freude im Kanzleramt natürlich groß.

Das erste Treffen im trauten Familienkreis fand im Mai 2001 in Gera statt. Wenige Wochen später folgte der Gegenbesuch der beiden Ost-Cousinen in Berlin. Die Thüringerinnen kamen nebst 50-köpfiger Reisegruppe aus Eisenach angereist, durchliefen das obligatorische Hauptstadt-Sightseeing und fanden sich anschließend zum familiären Kaffeeklatsch im Kanzleramt ein. Dass diese mediengerecht inszenierte Familienzusammenführung im Sommerloch den perfekten Stoff für allerlei unterhaltsame Schlagzeilen bot, ist klar. Und so mitten im Wahlkampf dürfte sich der Rummel um des Kanzlers neue Ost-Verwandtschaft zweifellos auch positiv auf dessen Ansehen in den neuen Bundesländern ausgewirkt haben.

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