Bischöfe kritisieren EU-Urteil gegen Kreuze im Klassenzimmer

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Nach Ansicht der deutschen Bischofskonferenz geht das Urteil des europäischen Menschenrechtsgerichts vom Vortag "an der Lage in Italien vorbei und ignoriert die tatsächliche Bedeutung des Kreuzes in der Gesellschaft". Die Bischofskonferenzen in Europa wollten darauf hinweisen, "dass Religionsfreiheit nicht 'Freisein von Religion' bedeutet". Die Freiheitlichkeit eines Gemeinwesens zeige sich auch in seiner Offenheit und Pflege kultureller Traditionen, erklärten die Kleriker.
Europa "nimmt uns unsere teuersten Symbole weg", kritisierte die Nummer zwei des Vatikan, Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone. Der Kirchenstaat bedauere die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte. Er könne keinen Einfluss auf die Entscheidung der Straßburger Richter nehmen, unterstütze aber die italienische Regierung, die gegen das Urteil in Berufung gehen will.
Das Straßburger Gericht hatte am Dienstag einer Mutter Recht gegeben, die sich zuvor erfolglos durch alle italienischen Instanzen geklagt hatte. Die Kreuze in den Schulräumen könnten von den Schülern durchaus als religiöses Symbol gedeutet werden, befanden die Straßburger Richter. Für Schüler anderer Religionen oder bekenntnislose Kinder könne dies störend sein.
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