24.11.2009
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Fünf Jahre Jugendhaft nach vereiteltem Amoklauf

Im Prozess um einen vereitelten Amoklauf am Gymnasium in Sankt Augustin hat das Landgericht Bonn eine 16-Jährige zu fünf Jahren Jugendstrafe verurteilt. Die Kammer hielt es für erwiesen, dass sich die Schülerin unter anderem des Mordversuchs und der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht hatte. Als Motiv sah das Gericht häusliche und schulische Probleme der Jugendlichen.

Fünf Jahre Jugendhaft nach vereiteltem Amoklauf
Fünf Jahre Jugendhaft nach vereiteltem Amoklauf
© DDP/AFP/Polizei

Die Amoktat war am 11. Mai durch das Zusammentreffen der Verurteilten mit einer Mitschülerin verhindert worden, der die 16-Jährige dabei mit einem Schwert schwere Verletzungen beibrachte. Eine Unterbringung der Angeklagten in der Psychiatrie ordnete das Gericht einem Sprecher zufolge nicht an, da eine verminderte Schuldfähigkeit der 16-Jährigen nicht sicher festgestellt werden konnte. Allerdings sei auch nicht auszuschließen, dass die Steuerungsfähigkeit der Jugendliche zum Tatzeitpunkt eingeschränkt gewesen sei. Die Strafkammer blieb mit ihrem Urteil knapp unter der Strafmaßforderung der Staatsanwaltschaft, die sechs Jahre Jugendstrafe beantragt hatte.

Die 16-Jährige hatte zu Prozessbeginn gestanden, am Tattag mit Molotowcocktails, einer Schreckschusswaffe und einem Kurzschwert bewaffnet zu ihrem Gymnasium gegangen zu sein. Nach Erkenntnissen des Gerichts plante sie, einen Lehrer mit dem Schwert niederzustechen und ihm die Schlüssel für die Klassenräume abnehmen. Anschließend wollte sie die Klassenzimmer mit Molotowcocktails in Brand setzen und die Türen von außen verschließen.

Bei der Vorbereitung des Amoklaufs war die Jugendliche aber auf der Schultoilette von einer damals 17-jährigen Mitschülerin überrascht worden, die in dem Bonner Prozess als Nebenklägerin auftrat. Die Angeklagte hatte die Mitschülerin daraufhin mit dem Schwert angegriffen und ihr unter anderem schwere Handverletzungen zugefügt: Muskeln und Sehnen an beiden Händen wurden gekappt, der Daumen einer Hand wurde fast vollständig abgetrennt.

Nachdem ein Lehrer hinzugekommen war, konnte die Mitschülerin wenig später fliehen. Der Lehrer sorgte für eine Warndurchsage per Lautsprecher an die Schüler. Daraufhin gab die 16-Jährige ihren Tatplan auf und flüchtete. Am späten Abend des Tattages stellte sie sich der Bundespolizei im Kölner Hauptbahnhof.

Zum Motiv führte die Strafkammer aus, die 16-Jährige habe sich einsam und missverstanden gefühlt. Wegen des jugendlichen Alters der Angeklagten fand der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

© AFP

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Meinungen zum Thema (381) in Panorama
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pallacH - 26.11.2009, 12:58

eigenartig, so manche stimmungslagen. wenn in den USA jugendliche für lange jahre ins gefängnis müssen, gibt es hier immer einen aufschrei nach dem motto "die spinnen, die amis"! und jetzt, bei diesem mädchen aus D? da k... gesamten Beitrag lesen

Magic2008 - 26.11.2009, 12:16

"...dann wäre Deutschland bald nur noch ein Gefängnis ..." Ist es in gewisser Hinsicht bereits....

Degalus - 26.11.2009, 12:15

Es ist immer wieder interessant zu lesen, wie wenig die Leute lesen. Einige von euch regen sich auf, dass sie hätte lebenslänglich hinter Gittern gemusst! Da will ich mal wissen, WOFÜR?? Dafür, dass sie ne Straftat geplant hat... gesamten Beitrag lesen

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