Downhill-Action mit Gevatter Tod

© Mario Guidon
Eine Schweißperle bildet sich auf Stefanies Stirn. Wie in Zeitlupe sucht sie sich ihren Weg über Schläfe und Wange, bleibt kurz am Kinn hängen und löst sich schließlich von der weichen Haut. Beim Aufschlag auf dem staubigen Boden hinterlässt sie einen dunklen Fleck auf der kalten Erde.
Doch die Studentin merkt nichts davon. Zu angespannt ist die 24-Jährige, die für 40 Dollar eine waghalsige Downhill-Fahrt auf der angeblich gefährlichsten Straße der Welt, der El Camino de la Muerte in Bolivien, gebucht hat.
Ein letzter Check: der Helm ist festgezurrt, die Reifen aufgepumpt, die Bremsen greifen. Manuelito und Jose, die Führer von Stefanie und zehn anderen Südamerikareisenden, rufen zum Aufbruch – in 4.600 Metern Höhe. In der Nähe von Boliviens Hauptstadt La Paz geht es vom La Cumbre-Pass bis ins circa 60 Kilometer entfernte, auf 1.295 Metern gelegene Städtchen Yolosa; Downhill-Action mit einem Höhenunterschied von 3.305 Metern.
Die Luft ist bitterkalt. Es fängt an zu regnen, schwere Wolken versperren die Sicht auf die kargen Hügelketten der Anden. Immerhin ist der Blick auf die Straße frei. Eine nervöse Spannung liegt in der Luft. Noch einmal tief durchatmen, dann setzen sich die zehn Wagemutigen, die beiden Guides und das Begleitauto in Bewegung. Stefanie tritt in die Pedale.
Die ersten Kilometer werden auf asphaltierter Straße zurückgelegt. Die Gruppe passiert schroffe Felsformationen und kleine Dörfer, gewöhnt sich an ihre Fahrräder und nimmt Fahrt auf. Bei Chusquipata, einer kleinen Siedlung, ändert sich die Beschaffenheit des Untergrunds. Statt komfortablem Asphalt befindet sich nur noch nackter Lehmboden unter den Reifen. Ein Schild warnt die Reisenden: Die "Death Road" beginnt.
- @Highwayrose66 Die gesetzl. Krankenve... | GalantEXE, 16.10.2008, 00:52
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