09.10.2009
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Agententausch und Fluchtversuche: Spuren in Potsdam

Potsdam (dpa/tmn) - "Wo war hier eigentlich die Mauer?" Diese Frage stellen sich in Potsdam viele 20 Jahre nach dem Mauerfall. Zwar verlief die rund sieben Kilometer lange Grenze direkt vor den Stadttoren, doch fast alle Hinweise darauf sind verschwunden.

Mauerrest
Viel ist von der Mauer bei Potsdam nicht mehr zu sehen: Ein kurzes Stück voller Grafitti steht am Griebnitzsee. (Bild: Nassoufis/dpa/tmn)
© dpa

Da hilft nur besonders genaues Hingucken. Das fängt schon bei der Fahrt von Berlin nach Potsdam an. Vor der legendären Glienicker Brücke liegt die ehemalige Westzone - mit einer Ausnahme, die auf jedem Stadtplan erkennbar ist: "Klein Glienicke, eine kleine Ost-Enklave, schiebt sich zungenförmig in den Westen und das heutige Land Berlin", erklärt Stadtführer Henry Hajdu. Der "Berliner Mauerweg" markiert nur wenige Meter vor der Brücke eine Begrenzung dieser Enklave. Mehr Hinweise auf die ehemalige Trennung gibt es erst einmal nicht - außer einem etwas schiefen Betonpfosten der Grenzbefestigung am Straßenrand.

Ein anderer Hinweis ist das grüne Gestrüpp: Zwischen dichten Baumreihen befindet sich ein Streifen, wo keine Bäume stehen, sondern nur Gras sprießt. "Das war zur DDR-Zeit der Grenzstreifen", sagt Hajdu. Auf der östlichen Seite wird Klein Glienicke teilweise vom Böttcherberg begrenzt. Dazwischen erstreckt sich ein verträumter Vorort. Während der Teilung gab es wegen der Nähe zum Westen hier auch etliche Fluchtversuche. Einer gelang in unmittelbarer Nähe zum Park am Jagdschloss Glienicke: Bewohner eines Grenzhauses gruben einen Tunnel und krabbelten im April 1972 auf die andere Seite.

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Die Glienicker Brücke war seit den 50er Jahren für den Autoverkehr gesperrt, schließlich verlief die Grenze zwischen beiden Sektoren auf ihrer Mitte. Zu sehen ist davon heute nicht mehr viel, nur fast abgefahrene Reste eines weißen Grenzstreifens. Weltweit bekannt wurde die Brücke für ihre Agentenaustausche. Zahlreiche Hollywoodfilme ließen sich davon inspirieren - dabei gab es auf der Brücke tatsächlich nur wenige Austausche. Rechts hinter der Brücke führt eine Treppe zum Ufer. Dort, wo vor 20 Jahren noch eine Mauer die Sicht auf den Jungfernsee versperrte, sind mittlerweile alle Erinnerungsstücke entfernt.

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