Pro Infirmis kritisiert anonyme Plakatkampagne
Pro Infirmis findet, dass diese Plakate die Gefühle von Behinderten verletzen. Wer hinter den Plakaten steckt, ist nicht bekannt. Laut Pro Infirmis-Sprecher Mark Zumbühl habe die Allgemeine Plakatgesellschaft (APG) den Namen des Auftraggebers nicht bekannt gegeben.
Zumbühl zitierte auf Anfrage einen Bericht der Pendlerzeitung "20 Minuten", wonach die Invalidenversicherung dahinter stecken könnte. Alard du Bois-Reymond, der Verantwortliche für die IV beim Bundesamt für Sozialversicherungen, wollte dies aber auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA weder bestätigen noch dementieren.
Die Affichen sind offenbar Teil einer Kampagne, die in zwei Phasen abläuft. In einer ersten Phase wird eine kurze provokative "Message" verkündet. Im zweiten Teil wird das Rätsel dann aufgelöst. Pro Infirmis glaubt trotzdem, dass solche Botschaften Vorurteile gegenüber Behinderten noch verstärken, selbst wenn die Autoren das Gegenteil erreichen wollen.
Diese Meinung teilt auch der Genfer Staatsrat François Longchamp. Er beurteilt die Botschaften als "unverantwortlich". Die Kampagne verletze nicht nur die Würde der Behinderten, sondern widerspreche auch den Bestrebungen der Behörden, der Unternehmen und der privaten Organisationen, sagte er.
© sda
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