Hockenheimring: Zeitdruck trotz Zuversicht

© dpa
"Die Sache ist zeitkritisch", sagte der Geschäftsführer Finanzen der Hockenheim-Ring GmbH, Karl-Josef Schmidt, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Eine Entscheidung könnte eventuell in diesem Monat fallen. In der Regel wird mit der konkreten Vorbereitung und Bewerbung spätestens ein Jahr vor einem Rennen begonnen.
Auf eine baldige Entscheidung deutet auch hin, dass das seit Monaten angekündigte Gespräch von Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger mit Ecclestone am 12. Juli am Rande des Grand Prix von Deutschland am Nürburgring stattfinden soll. Das bestätigte ein Sprecher des CDU-Politikers auf dpa- Anfrage. Er betonte, über den Termin, an dem tags zuvor in London neben Schmidt auch dessen Geschäftsführer-Kollege Georg Seiler und Hockenheims Oberbürgermeister Dieter Gummer teilgenommen hatten, sei das Staatsministerium nicht informiert gewesen.
Schmidt gab sich nach dem Treffen mit Rechtemitinhaber Ecclestone "recht zuversichtlich", dass das Rennen im kommenden Jahr wie geplant stattfinden und der Traditionskurs in Nordbaden auch darüber hinaus die Formel-1-Fans anlocken kann. "Es ist ein erkennbarer Wille von Herrn Ecclestone da, die Formel 1 auf dem Hockenheimring zu halten", sagte Schmidt.
Er warnte aber auch ausdrücklich vor Spekulationen über Lösungsmöglichkeiten, nachdem die Stadt Hockenheim als 94-prozentiger Hauptanteilseigner der GmbH in der vergangenen Woche den Ausstieg beschlossen hatte. "Das wäre kontraproduktiv", betonte Schmidt. Aufgrund des prognostizierten Defizits von sechs Millionen Euro für 2010 hatte der Gemeinderat jüngst einstimmig die Notbremse gezogen. 2008 hatte der Grand Prix auf dem Kurs, der 1970 erstmals und seitdem insgesamt schon 31 Mal Austragungsstätte für die "Königsklasse" des Motorsports war, für einen Verlust von 5,3 Millionen Euro gesorgt. Seit 2006 wechseln sich in Deutschland der Hockenheimring und der Nürburgring aus finanziellen Gründen jährlich ab. In anderthalb Wochen ist der Kurs in der Eifel an der Reihe.
Aus finanziellen Gründen gilt auch der Fuji International Speedway im kommenden Jahr als unsicher. Japanischen Medienberichten zufolge, soll die Toyota-Rennstrecke 2010 nicht Austragungsort sein. Es sei richtig, dass der Fuji Speedway, der 2007 nach seinem Umbau wieder im Rennkalender auftauchte, über verschiedene Möglichkeiten bezüglich der Austragung 2010 nachdenke, erklärte ein Toyota-Sprecher der Nachrichtenagentur AP. Konkreter wollte er nicht werden. In diesem Jahr wird das Japan-Rennen in Suzuka ausgetragen.
Hinsichtlich des Hockenheimrings, der nach eigenem Bekunden einzig mit der Formel 1 rote und ansonsten durchgängig schwarze Zahlen schreibt, hatte Ecclestone selbst bereits mehrfach seine Bereitschaft signalisiert, wohl mehr als nur Starthilfe zu geben. "Es ist eine Zeitlang her, dass ich mit einer großen Investition involviert war in den Hockenheimring. Ich würde es daher nicht gerne sehen, wenn er von der Formel-1-Bildfläche verschwinden würde", hatte Ecclestone bereits vor der laufenden Saison der dpa gesagt. Die Gefahr, dass im kommenden Jahr erstmals seit 1960 kein Formel-1-Rennen im Land von Rekordweltmeister Michael Schumacher und der neuen Titelhoffnung Sebastian Vettel ausgetragen werden könnte, ist aber noch nicht ganz gebannt.
Bayern - Bayer 04
Den Fans reicht's: Beim Gang in die Südkurve ernteten die Bayern-Profis nur noch wütende Pfiffe der erbosten... mehr
Spekulationen um Schumacher-Start für Mercedes
Die Spekulationen um ein Formel-1-Comeback von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher beim neuen Team Mercedes GP reißen... mehr





















