Berger: "Man kann schnell unter die Räder kommen"
Mit strategischen Planungen, politischen Ränkespielen und teaminternem Dirigenten-Dasein wollte der Österreicher nichts zu tun haben, doch es kam bekanntlich anders. Berger beriet zunächst BMW bei der Rückkehr in die Königsklasse, ist nun gar Eigner von 50 Prozent am Team Toro Rosso, wo ihm Partner Dietrich Mateschitz nahezu freie Hand lässt.
"In diesem Geschäft sind schon alles solche Kaliber, dass man ganz schnell unter die Räder kommt", schätzte Berger die Herausforderungen im Formel-1-Zirkus im Interview mit 'Ö3' ein. "Wenn man in diesem Geschäft im Becken schwimmen will, dann bekommt man es schon mit hohem Wellengang zu tun. Da sind keine Goldfische drin sondern eher die Haifische, die dir ganz schnell ein Bein abbeißen, wenn man nicht aufpasst. Und das ist Druck. Und wenn man viele Jahre dabei ist, dann stellt man sich schon die Frage, ob man das wirklich jeden Tag braucht."
Trotz aller Hürden hatte Berger offenbar schnell Gefallen gefunden an seiner neuen Rolle. Nach dem Abschied von BMW folgte wenig später ein überraschender Coup: Berger gab 50 Prozent des elterlichen Speditions-Betriebes an Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz ab und bekam im Gegenzug 50 Prozent von dessen "B-Team" Toro Rosso.
Berger war plötzlich dick im Geschäft, mit Haut und Haaren. Innerhalb kürzester Zeit formte er gemeinsam mit rund 200 Mitarbeitern aus dem ehemaligen Minardi-Team eine Mannschaft, die in Monza vor wenigen Wochen den ersten Formel-1-Sieg feiern durfte.
Bei allem Ungemach, welches ihn in seiner Arbeit im Fahrerlager durch die "bissigen Haie" begleitet, hat er sich Respekt verschafft und gleichzeitig ist in ihm Bewunderung gewachsen.




















