
Der SVWW vor der zweiten Profisaison
"Wichtiges Indiz ist sicher die Menge an Fan-Utensilien auf den Rängen. Das war zu Beginn in der Brita-Arena sehr übersichtlich, inzwischen sind allerdings auf allen Rängen unsere Farben sehr gut vertreten." Der Weg von Taunusstein nach Wiesbaden ist also bewältigt, wie auch die 2500 Dauerkarten zeigen, die der Verein für die Saison bereits abgesetzt hat. Was nicht bedeuten soll, dass sich der SVWW in Sachen Fankultur noch einiges bei den Trendsettern der Liga abschauen sollte.
Dass der Verein in der 2.Liga angekommen ist, hat auch seine Schattenseiten. Mit jedem vermeintlich teuren Neuzugang wächst im Team auch ein wenig die Spannung - besonders im Gehaltsgefüge. Gerüchte über teilweise hohe Grundgehälter einiger in den vergangenen Monaten verpflichteten Spieler haben beim Stammpersonal Begehrlichkeiten geweckt, wie nicht zuletzt der immer noch offene Vertrag von Bakary Diakité zeigt.
Ob sich die Ausbildung von Coach Christian Hock an der Kölner Trainerakademie zum Fußball-Lehrer als Negativeinfluss herauskristallisiert, wird sich zeigen. Vertreter Hans-Werner Moser macht als Stellvertreter unter der Woche seine Arbeit jedenfalls zuverlässig und ohne großes mediales Aufheben.
So bleibt als letztes Abenteuermoment bestenfalls noch das Gänsehaut-Gefühl, wenn das Team in den großen Stadien der Republik auflaufen darf. Doch selbst da will Stöver bei seinen Spielern einen Reifeprozess ausgemacht haben. "In der vergangenen Saison sind wir in den großen Stadien wie München oder Köln mit zu viel Emotion und Respekt angetreten. Doch inzwischen haben die Jungs Erfahrung gesammelt", ist sich der Manager sicher. Die Zeit der Abenteuer scheint in Wiesbaden also wirklich der Vergangenheit anzugehören.
Carsten Dietel






















