05.11.2009
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Beiersdorfer zwischen New York, Salzburg und Rio

Hamburg (dpa) - Dietmar Beiersdorfer hat sich nur eine kurze Verschnaufpause nach seiner schmerzlichen Trennung im Sommer vom Hamburger SV gegönnt.

Beschäftigt
Dietmar Beiersdorfer sitzt im April beim HSV auf der Ersatzbank.
© dpa

Die neue Aufgabe als Sportlicher Leiter des österreichischen Fußball-Imperiums Red Bull wird ihn herausfordern - schließlich ist er für den Erstligisten Salzburg, den Fünftligisten Leipzig sowie die Standorte New York, Rio de Janeiro und in Ghana zuständig. "Ich werde mich nicht mehr neben Huub Stevens auf die Bank setzen, auch wenn ich gern bei den Heimspielen von Salzburg da sein möchte", erzählte Beiersdorfer vor seinem Abflug nach New York, wo Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz 135 Millionen Euro in ein neues Stadion investiert hat.

"Ich möchte im Hintergrund die Fäden ziehen", sagt der 45-Jährige, der alle Standorte persönlich unter die Lupe nehmen will, aber nicht immer überall gleichzeitig sein kann. Zunächst plant er den Umzug nach Salzburg mit seiner türkischen Frau Olcay und seiner neun Wochen alten Tochter. Ihr Hamburger Haus wird vermietet, eine kleine Wohnung wollen sie als Heimat-Stützpunkt behalten. "Hamburg wird immer unser Mittelpunkt bleiben", betont Beiersdorfer.

Er verabschiedet sich mit einem guten Gefühl von "seinem" HSV, bei dem er in sieben Jahren neben dem Aufbau eines professionellen Scouting-Systems, das jetzt andere weiterführen, viel bewirkt hat. Vor allem seine ehrliche, herzliche Art wurde von Geschäftsstellen- Mitarbeitern wie Spielern geschätzt. "Ich war eine lange Zeit beim HSV und habe etwas aufgebaut", sagt der Franke, den es nun gen Süden zieht. "Ich habe manchmal etwas Fernweh, da passt dieser Job doch ganz gut."

Ein wenig fremd ist ihm diese neue Welt, die vom Milliardär Mateschitz geregelt wird, schon. So erzählt er lachend, dass er zum Mittagessen mal eben mit dem Helikopter abgeholt wird. Beiersdorfers Präsentation etwa fand in einem Flugzeug-Hangar statt. Doch nicht alles wird nur Spaß sein in den nächsten fünf Jahren, die sein Engagement in Österreich dauern soll. Auch er wird an Erfolgen gemessen und muss schnellstmöglichst Vertrauensleute an den einzelnen Standorten einsetzen. Der sportverrückte Mateschitz, der zudem große Summen in die Formel 1 und in Lifestyle-Sportarten steckt, will genauestens wissen, wie sich seine Fußball-Standorte entwickeln. Ein wichtiger Leistungsnachweis wird der geforderte Aufstieg von RasenBallsport (RB) Leipzig in den bezahlten Fußball sein.

Zurzeit vertraut man in der Sachsen-Metropole noch auf erfahrene Kicker wie Ingo Hertzsch, um den Aufstieg in die 4. Liga zu schaffen. Doch danach muss Beiersdorfer ein junges Team aufbauen, das ähnlich wie in Hoffenheim durch die Ligen stürmt. Dafür braucht er in erster Linie ein gutes Scouting-System, denn Geld in Hülle und Fülle hat auch er nicht zur Verfügung. "Nein, in Salzburg ist der Etat sogar um mehr als die Hälfte gekürzt worden", berichtet er. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Entwicklung eigener Fußball-Schulen in Ghana und Rio - die Talente kann er in seinen Clubs gleich selbst unterbringen.

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