05.11.2009
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Denkwürdiges WM-Aus für U 17 - Enttäuschung groß

Lagos (dpa) - Nach 120 dramatischen Minuten und einem denkwürdigen WM-Aus flossen Schweiß und Tränen gleichermaßen im Glutofen der ehemaligen nigerianischen Hauptstadt Lagos.

Deutschlands Nachwuchskicker sanken völlig entkräftet zu Boden, Torwart Marc-André ter Stegen lag auf dem Rücken und vergrub sein Gesicht unter dem Trikot. "Es war eine epische Schlacht, deren Ausgang bis zum Ende der Verlängerung offen war", meinte DFB-Trainer Marco Pezzauioli nach der 3:4 (2:2, 1:1)-Niederlage im WM-Achtelfinalspiel gegen die Schweiz. Damit musste der mit großen Ambitionen ins Turnier gestartete Europameister früher als erwartet die Heimreise antreten und machte die Hoffnung auf den ersten Titelgewinn in diesem Jahrgang zunichte.

"Die Enttäuschung ist jetzt natürlich groß. Man weiß erstmal nicht, wie man damit umgehen soll. Wir haben ein unglückliches Turnier gespielt", meinte der Bremer Florian Trinks. "Wir sind jetzt alle noch ziemlich geknickt, obwohl es direkt nach Schlusspfiff noch schlimmer war. Irgendwie lief das Turnier von Anfang an nicht richtig gut für uns", befand Torjäger Lennart Thy.

Es war eine spannende und abwechslungsreiche Partie im Teslim Balogun Stadion, wo eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um 30 Grad herrschten. Zweimal konnten Mario Götze und Trinks die Führung der Schweizer ausgleichen und erzwangen die Verlängerung. Nach 2:4- Rückstand gelang Yunus Malli nur noch der Anschluss - zu wenig gegen die überraschend starken Schweizer, die in vier Spielen vier Siege feierten und nun im Viertelfinale auf Italien treffen.

Mit nur einem Sieg waren die DFB-Kicker am Ende nicht besonders erfolgreich, dafür lieferte die Mannschaft vier spektakuläre Partien mit 10:10 Toren. Vor allem das Eröffnungsspiel gegen Nigeria (3:3), in dem eine 3:0-Führung verspielt wurde, dürfte dem deutschen Team noch lange in Erinnerung bleiben. "Die Hitze hat uns im Verlauf des Turniers schwer zu schaffen gemacht, doch das soll nicht als Ausrede für unsere Niederlage gelten. Wir haben in der Defensive versagt und zu hektisch agiert", sagte Trainer Pezzaiuoli. "Es waren nicht unsere Spiele bei dieser WM", befand Kapitän Reinhold Yabo.

Dennoch feiert der Deutschen Fußball-Bund (DFB) das erfolgreichste Jahr seit langem im Junioren-Bereich. Mit den EM-Triumphen der U 17 und der U 21 wurde die Titelsammlung erweitert. Zudem schlug sich ein Rumpf-Team bei der U 20-WM beachtlich und erreichte trotz zahlreicher Ausfälle immerhin das Viertelfinale. DFB-Sportdirektor Matthias Sammer zeigte sich in einer ersten Jahresbilanz denn auch zufrieden. "Die Erfolge sind auch erste nachweisbare Ergebnisse unserer Arbeit", sagte Sammer und forderte: "Wir dürfen uns jetzt nicht auf den bisher erreichten Erfolgen ausruhen, sondern müssen weiter kontinuierlich und konsequent daran arbeiten, unsere Ambitionen zu verwirklichen."

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