04.11.2009
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Fall Pechstein: Kein Urteil in dieser Woche

Berlin (dpa) - Für Claudia Pechstein geht das Zittern noch zwei Wochen weiter. Erst in gut 14 Tagen will der Internationale Sportgerichtshof CAS das Urteil im Fall der gesperrten Eisschnelllauf-Olympiasiegerin veröffentlichen.

Eisschnellläuferin
Claudia Pechstein beantwortet bei einer Pressekonferenz im August Fragen der Journalisten.
© dpa

Der Spruch der drei Richter mit Professor Massimo Coccia aus Italien an der Spitze solle zusammen mit der schriftlichen Begründung bekanntgegeben werden. Deshalb werde es noch einige Zeit dauern, teilte der CAS mit. "Wir kennen nicht die Beweggründe des CAS für einen solchen Aufschub. Aber die emotionale Achterbahnfahrt, die man einer Topathletin zumutet, ist aus meiner Sicht unerträglich", meinte Pechstein-Manager Ralf Grengel.

Der Präsident der Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG), Gerd Heinze, bezeichnete die Information des CAS als "katastrophal". "Damit haben wir nicht gerechnet, das ist ein Hammer", erklärte Heinze. Es sei besonders bitter für die Athletin, die nun selbst im Falle eines Freispruchs nicht bei den ersten beiden Weltcup-Stationen am Wochenende in Berlin und in der Woche darauf in Heerenveen antreten kann. Somit hat sie nur noch dreimal die Chance, ihr Olympia-Ticket bei einem Weltcup zu buchen. "Das ist aus meiner Sicht sehr unfair", sagte Heinze.

Das Urteil im Fall der wegen erhöhter Blutwerte im Indizien-Beweis gesperrten Olympiasiegerin gilt als richtungweisend. Nach der zweitägigen Anhörung in Lausanne mussten die drei CAS-Richter eine extrem schwere Entscheidung fällen: Bei ihrem in der Sportwelt mit Spannung erwarteten Richterspruch geht es um die Glaubwürdigkeit des Sports und die Perspektiven des Anti-Doping-Kampfes schlechthin.

Obwohl sich Claudia Pechstein, die Hauptperson im bereits vier Monate dauernden Streit mit der Internationalen Eislauf-Union ISU, bisher nach eigener Aussage noch nie mit dem Fall eines für sie negativen Ausgangs beschäftigt hat, weiß die 37-Jährige sehr wohl um die Konsequenzen. Der Doping-Stempel würde ihrer Karriere ein abruptes Ende setzen, der Beamten-Job bei der Bundespolizei wäre futsch. Zudem hätte sie viel Geld für den Nachweis ihrer Unschuld in den Sand gesetzt.

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