Liebesleben

© Warner (X Verleih)
Zu gefährlich, dieses Israel, wo Maria Schraders ihr jetzt auf DVD erhältliches Regiedebüt größtenteils drehte. Obgleich die Geschichte von Jara (Neta Garty) eher eine private denn eine politische ist, obgleich "Liebesleben" einen universellen Charakter hat, ist deutlich die angespannte Lage zu spüren.
Etwas stimmt nicht an diesem Tag, der Jaras Leben verändern wird. Sie bereitet ein Geburtstagspicknick für ihren Vater vor, streut Rosen um die türkisen Teller, wartet allein auf einer Anhöhe - umsonst. Plötzlich packt sie Panik, sie eilt zu ihrem Elternhaus, um erleichtert festzustellen, dass nichts passiert ist.
"Erwartet Sie immer das Schlimmste?", fragt Arie (Rade Sherbedgia), ein ihr unbekannter Freund ihres Vaters (Stephen Singer), der gerade zu Besuch ist. Sogleich macht er Jara zu seiner Vertrauten, und auch über die Eltern scheint er große Macht zu haben: Der Vater zittert, die Mutter liegt mit einem Schwächeanfall im Bett.
Als Jara ihm neugierig nachgeht, wird die Katze ihrer Freundin überfahren. Ein Zufall, vielleicht ein schlechtes Omen. Durch geschickte Bildkompositionen wird die Verwirrung der mädchenhaften Frau schnell greifbar, und es verspricht steinig weiterzugehen. Maria Schrader drehte nicht mit Stars, aber mit starken Schauspielern. Die Präsenz der beiden Hauptdarsteller, die sie exzellent lenkt, macht es dem Zuschauer leicht, mitzugehen auf diese Reise, die von Erotik handeln wird, von Obsession und natürlich dem Weg zu sich selbst.
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