The Addiction

© Kinowelt
Bei "Andy Warhol's Dracula" (1974) etwa avancierte er unter der Regie von Paul Morrissey gar zur Analogie auf den antikapitalistischen Klassenkampf. Einen ganz eigenen, aber nicht weniger intellektuellen Zugang hat der New Yorker Regisseur Abel Ferrara ("Bad Lieutenant") gewählt, der 1995 mit "The Addiction" einen sperrigen, verkopften, aber auch meisterlichen Independent-Schocker schuf. Als untertiteltes Original erscheint "The Addiction" nun erstmals auf DVD.
Die New Yorker Studentin Kathleen, die an ihrer Dissertation im Fach Philosophie arbeitet, wird auf dem Heimweg von einer mysteriösen Frau angefallen und in den Hals gebissen.

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Die ärztlichen Diagnosen fallen wenig besorgniserregend aus, doch Kathleen bemerkt sehr bald eine einschneidende Veränderung: Sie entwickelt sich zum blutdurstigen Vampir. In expressionistischen Licht-Schatten-Effekten inszeniert Ferrara einen berauschenden Noir-Horror, der nicht im Dienst von Grusel und Schrecken steht, sondern das didaktische Substrat einer tiefschwarzen Existenzlehre bildet. Kathleen grübelt über die Natur des Bösen, über Schuld und Erlösung, über das Sein und das Nichts.
Die Dialoge zitieren von Dante über Nietzsche und Kierkegaard bis Sartre fast lückenlos die abendländische Geistesgeschichte. Der von Christopher Walken gravitätisch verkörperte Vampir Peina will Kathleen die Abhängigkeit von ihrer blutdurstigen Natur zu kontrollieren lehren. Doch schließlich lässt Ferrara Kathleens Dissertationsparty in eine hemmungslose Beißorgie münden.
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