05.07.2008
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Die Band von Nebenan

Da stehen sie nun, sind bestellt und werden nicht abgeholt. Die acht Musiker des Alexandria Polizei Orchesters warten am Flughafen in Israel, Ägypter in einem fremden Land.

Von Andreas Fischer

Der Ägypter Khaled (Saleh Bakri, rechts) gibt dem schüchternen Israeli Papi (Shlomi Avraham) Nachhil
Der Ägypter Khaled (Saleh Bakri, rechts) gibt dem schüchternen Israeli Papi (Shlomi Avraham) Nachhilfeuntericht, damit er Yula (Rinat Matatov) erobern kann.
© Concorde
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Die tragikomische Filmperle "Die Band von Nebenan" (2007) beginnt mit grandioser Ruhe und schwermütiger Verlassenheit. Und über all dem liegt eine schelmische Komik: Regisseur Eran Kolirin ist ein humorvoller Beobachter mit genauem Blick für das Menschliche im Absurden. Das macht seinen jetzt auf DVD erhältlichen Film zu einem echten Erlebnis, in dem Grenzen verschwinden und Menschen zu sich selbst finden.

Die acht Polizisten und Musiker sind aus Ägypten nach Israel gereist, um die Eröffnung eines arabischen Kulturzentrums musikalisch zu untermalen. Sie alle wissen nicht, was sie tun sollen in dieser Situation. Israel ist zu fremd.

Ein ägyptisches Orchester verirrt sich in der israelischen Provinz: "Die Band von Nebenan" ist ein l
Ein ägyptisches Orchester verirrt sich in der israelischen Provinz: "Die Band von Nebenan" ist ein lakonischer, mit leisem Humor verfeinerter Reisebericht über das Verschwinden von Grenzen.
© Concorde
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Dass der Nahe Osten chronisch in Schwierigkeiten ist, wird hier, bis auf ein paar lakonische Kommentare, aber keine große Rolle spielen. Hier geht's um die Menschen. Vor allem um Tewfiq (Sasson Gabi), den Chef der Ägypter. Der ordentliche, überkorrekte Dirigent des Polizeiorchesters wirkt ein wenig unbeholfen. Da macht es der junge schmucke Khaled (Saleh Bakri) schon besser. Er flirtet mit einer Ticketverkäuferin und kurz darauf sitzen die Männer im Bus. Der bringt sie allerdings nicht an ihren Zielort, sondern in ein ähnlich klingendes Provinznest.

Immer noch am falschen Ort, immer noch hilflos, immer noch verloren, werden sie von der resoluten Dina (Ronit Elkabetz) aufgenommen.

In radebrechendem Englisch nähern sich Tewfiq und Dina an. Sie sind beide einsame Seelen, gequält von der Vergangenheit (Tewfiq) oder der trostlosen Gegenwart (Dina). Und so finden sie in ihrer eigentlichen Sprachlosigkeit eine Gemeinsamkeit, gehen vorsichtig aufeinander zu, öffnen sich behutsam. Aber nicht zu sehr, die Glaubwürdigkeit bleibt in jedem der tristen Bilder erhalten. Das ist das Kunststück von Regisseur Eran Kolirin in seinem Kinodebüt. Er lässt seine lakonischen Protagonisten kleine Schritte machen, mit gutem Auge für das Menschliche.

© teleschau - der mediendienst GmbH

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